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Zoopark: Moschus-Enten sollen bleiben

Zoopark : Moschus-Enten sollen bleiben

Seit 17 Jahren kümmert sich Fritjof Süßenbach um die zahmen Wasservögel im Zoopark, die allein in freier Wildbahn nicht überleben könnten. Er wehrt sich gegen Pläne, die Tiere auszusiedeln.

Die zahmen Moschus-Enten mit dem typischen roten Schnabelansatz reagieren sofort, als sich Fritjof Süßenbach dem Teich im Zoopark nähert. Erwartungsvoll watscheln sie ihm entgegen. Denn sie kennen den Anwohner des Zooparks und wissen, dass er meist Futter für sie mitbringt.

Bereits seit 17 Jahren kümmert sich Süßenbach nämlich um die Moschus-Enten, die eigentlich Haustiere sind und in freier Wildbahn allein nicht zurechtkommen würden. Deshalb wehrt sich der Entenfreund Süßenbach gegen Pläne des Gartensamtes, die sechs Moschus-Enten aus dem Zoopark wegzubringen. "Andernorts könnten sie kaum überleben", ist Süßenbach überzeugt.

Hintergrund für die Pläne des Gartenamtes: Die Teiche in den Parks werden von zu vielen Enten bevölkert, das Wasser werde zu schmutzig, heißt es in einem Gutachten, das das Gartenamt in Auftrag gegeben hatte. Deshalb soll das Füttern von Enten in den Parks unterbunden werden, damit die Tiere nicht angelockt werden.

Küken groß gezogen

Süßenbach hält diese Sicht für übertrieben. Schließlich gehe es um nur sechs Moschus-Enten, "die ich gezielt mit Spezialfutter versorge", erklärt er. Und die seien Nachkommen eines einzigen MoschusEnten-Paares, das 1992 "vermutlich im Zoopark ausgesetzt wurde". Damals kehrte Süßenbach, ehemaliger Chefarzt an der orthopädischen Klinik Ratingen, von einer Reise zurück und las in der Zeitung, dass das Moschus-Enten-Pärchen im Zoopark mitten in der kalten Jahreszeit 14 Junge hatte.

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Bei seinen Spaziergängen merkte er, dass immer weniger Küken der zahmen Entenart überlebten. Schließlich sah Süßenbach nur noch vier. Da beschloss er kurzerhand, die Jungen aufzuziehen. "Ich habe das nicht als tierschützerischen-Akt betrachtet", sagt Süßenbach. Er habe einfach schon als Kind ein Herz für Tiere gehabt und beispielsweise kleine Kaninchen groß gezogen. So fing er die verbliebenen Küken ein und nahm sie mit in seine nahe gelegene Wohnung. Dort legte er ein separates Badezimmer mit Pappe, Laub und Gras aus, um den Küken eine angemessene Umgebung zu schaffen.

Die jungen Moschus-Enten wuchsen heran; zum Schwimm-Training setzte er sie in die Badewanne. "Das Fenster im Bad war immer einen Spalt offen, ich denke, das Eltern-Paar im Park hat sie schnattern gehört", erinnert er sich. "Als ich sie schließlich ausgesetzt habe, hat sich die Familie direkt wieder vereint". Jetzt leben jüngere Nachkommen der Moschus-Enten im Zoopark und werden von Süßenbach versorgt. "Ihre Zahl hat sich nicht vergrößert, weil viele natürliche Feinde die Eier fressen oder zerstören", erklärt er.

Das Vertreiben der Enten hält Süßenbach für falsch. "Der Park als Überrest des 1944 zerstörten Zoos ist samt seiner Wasservögeln schützenswert", ist er überzeugt. Die Besucher kämen gerne an den Teich. Statt die Enten zu entfernen und dafür die Mittelinsel im Teich zu zerstören, sollte "die Population durch gezielte Reduktion der Gelege kontrolliert werden", sagt Axel Mittelstaedt, Mitglied des Verwaltungsausschusses des Tierschutzvereins, der Süßenbach unterstützt. Auf diese Weise könnte die Zahl der Stockenten verringert werden.

(RP)