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Moria: Düsseldorf will Flüchtlinge aufnehmen - nach Feuer auf Lesbos

Nach Feuer auf Lesbos : Düsseldorf will kurzfristig bis zu 150 Flüchtlinge aus Moria aufnehmen

Die Stadt reagiert auf den Brand in dem Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos und will 150 Menschen nach Düsseldorf holen lassen. Die Kapazitäten seien in den bestehenden Unterkünften vorhanden. Am Abend demonstrierten fast 1000 Menschen am Landtag.

Die Stadt bietet nach dem Brand im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos an, kurzfristig bis zu 150 Flüchtlinge in Düsseldorf aufzunehmen. Die Kapazitäten seien in den Flüchtlingsunterkünften vorhanden, aus humanitären Gründen wolle man helfen.

OB Thomas Geisel appellierte an die Bundesregierung, schnellstmöglich den Menschen die Einreise zu erlauben. „Die Zustände in dem Flüchtlingslager auf Lesbos waren schon sehr lange unmenschlich und untragbar. Durch das verheerende Feuer sind die Menschen nun auch noch obdachlos. Das ist eine Situation, die man so nicht hinnehmen kann“, sagte der OB. In der Nacht zum Mittwoch war das Lager Moria von Feuern fast vollständig zerstört worden. In dem nur für 2800 Menschen gedachten Notquartier lebten zuletzt über 12.500 Flüchtlinge.

Das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“, dem sich auch die Landeshauptstadt angeschlossen hat, bekräftigt seit Monaten seine Bereitschaft, geflüchtete Menschen zusätzlich aufzunehmen und ihnen eine Perspektive zu bieten. Aktuell wird gefordert, dass die Entscheidungsträger auf das Bündnis zugehen und schnellstmöglich die Aufnahme der Geflüchteten aus dem ausgebrannten Lager organisieren.

Zur Demonstration am Donnerstagabend versammelten sich fast 1000 Menschen vor dem Landtag, setzten ein Zeichen der Solidarität. Mit 300 hatte die Seebrücke Düsseldorf als Organisator vorher gerechnet. Sprecher Patrick Schiffer sagte, jahrelang habe man auf das Problem in dem Flüchtlingslager hingewiesen, nun sei die Situation mit einer Katastrophe geendet. „Wie die Brände entstanden sind, ist für die Kripo wichtig, nicht für unsere humanitäre Verpflichtung zu helfen“, sagte Schiffer.

Außer Schiffer hielten Heinrich Fucks (Superintendent des evangelischen Kirchenkreises), Stefanie Neufeld (SJA Vorsitzende), Oliver Ongaro (Flüchtlingsinitiative Stay!), Michael Szentai-Heise (Freie Wohlfahrtsverbände) und Ansgar Drücker (Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf) eine Rede.