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Handwerker verhaftet: Mord an Millionärin geklärt?

Handwerker verhaftet : Mord an Millionärin geklärt?

Unter dem dringenden Verdacht, eine 87-jährige Millionärswitwe damals in ihrer Wohnung im Zooviertel getötet zu haben, wurde gestern ein Handwerker verhaftet. Er galt schon kurz nach der Tat als Hauptverdächtiger.

Fast. neun Jahre nach dem Mord an der 87-jährigen Millionärswitwe Yuri Röhrig ist es Ermittlern jetzt offenbar doch noch gelungen, den rätselhaften Tod der alten Dame aufzuklären. Beim Düsseldorfer Amtsgericht erwirkten Polizei und Staatsanwaltschaft wegen dringenden Tatverdachts einen Mord-Haftbefehl gegen einen Mann, der bereits kurz nach der Tat als Hauptverdächtiger festgenommen worden war.

Seit gestern sitzt der inzwischen 37-Jährige unter dem selben Verdacht erneut in U-Haft. "Wir gehen davon aus, dass wir den Fall durch Nachermittlungen und neue Beweismittel jetzt geklärt haben", sagt Staatsanwalt Ralf Herrenbrück. Weitere Details sollen heute bei einer Pressekonferenz erläutert werden.

Rückblende: Vermutlich am 11. Oktober 2000 war die Millionärswitwe in ihrer Wohnung an der Graf-Recke-Straße zu Tode gekommen. Fünf Tage danach hatte ihr Gärtner die Leiche entdeckt. Erst durch eine Obduktion wurde damals klar: Yuri Röhrig, die in Japan geboren und bei deutschen Adoptiveltern aufgewachsen war, wurde erwürgt. Doch nichts in der Wohnung im Zooviertel deutete auf einen Raubmord hin.

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Und zunächst waren auch lediglich zwei Spuren mit menschlichem Erbgut am Tatort gesichert worden. Eine davon gehörte einer Frau, die bis heute nicht gefunden werden konnte. Die andere DNA-Spur wurde einem Handwerker aus Köln zugeordnet. Der Mann hatte einen Schuppen von der Hausbesitzerin Röhrig angemietet, kannte die gehbehinderte Vermieterin seit Herbst 1999. Und ausgerechnet am Tattag hatte er Mietschulden bei einem anderen Vermieter beglichen — obwohl er nach Kenntnis der Kriminalpolizei bis dahin stets in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt hatte.

Doch für einen Haftbefehl reichten die Indizien damals nicht: Sechs Wochen nach der Tat festgenommen, schwieg der Mann zu allen Vorwürfen. Im Februar 2001 setzte das Amtsgericht den Verdächtigen nach mehrmonatiger U-Haft wieder auf freien Fuß. Zu den Akten gelegt wurde der Mordfall Röhrig allerdings noch lange nicht.

Durch Hartnäckigkeit und erneute Auswertungen der damals gesicherten Spuren mit inzwischen immer weiter entwickelter Technik konnten Polizei und Staatsanwaltschaft die Beweislage gegen den Verdächtigen jetzt offenbar erhärten. Nach RP-Informationen wurde der nun 37-jährige Mann gestern Morgen erneut verhaftet und einer Haftrichterin vorgeführt. Dort soll er den Vorwurf bestritten haben. Er habe mit dem ganzen Fall nichts zu tun. Freigelassen wurde er diesmal jedoch nicht. Wegen dringenden Mordverdachts kam der Handwerker gestern erneut in Untersuchungs-Haft.

(RP)