Die Affeninsel ist geschlossen: Monkey’s Island bald in Neuss?

Die Affeninsel ist geschlossen: Monkey’s Island bald in Neuss?

Düsseldorf (RP). Gestern war der letzte Tag der Affeninsel, ab heute wird abgeräumt. Selbst der Sand muss weggeschafft werden. Die Betreiber suchen einen Alternativ-Standort. Möglich wäre auch die Bremer Straße im Hafen. Das Wetter hat es gestern ein letztes Mal gut gemeint mit "Monkey's Island". Etwa 10000 Bürger kamen, um auf der Affeninsel an der Spitze der Speditionstraße im Hafen einen Kaffee oder Cocktail zu schlürfen, sich in einen Strandkorb zu kuscheln und die Sonne zu genießen.

Gestern Abend aber hieß es dann: Schluss mit Monkey's. Schon heute beginnen die Abbauarbeiten; am 31. Oktober muss das Gelände, auf dem das Monkey's am 15. Mai 2003 eröffnete, der Stadt besenrein übergeben werden. Sogar 1500 Tonnen feinen Dünensand müssen die Betreiber mitnehmen.

Kunsthändler Helge Achenbach, der das Monkey's erfand, betonte, es werde ein Abbau - kein Abbruch. "Wir werden alle Gebäude behutsam zerlegen, markieren und zwischenlagern, damit wir das Monkey's spätestens im Mai neu eröffnen können." Derzeit sind zwei neue Standorte im Gespräch: die Bremer Straße auf der anderen Seite des Hafenbeckens und der Hafen in Neuss. "Wir werden in den nächsten Wochen mit Neuss und Düsseldorf sprechen und dann weitersehen", so Achenbach. Neuss habe schon vor Wochen Interesse signalisiert.

Auf der Affeninsel überwog gestern der Verdruss über das Ende des Monkey's. "Es ist engstirnig von der Stadt, dass das Monkey's nicht wenigstens bis zum Baubeginn bleiben darf", kritisierte Uta Jacques. "Es ist eine richtig tolle Strandbar mit Industrieflair im Hintergrund." Annette (49) und Reinhard Donat (63) hatten sich den letzten Tag extra im Kalender notiert. "Es ist jammerschade, und für ein Hotel und Büros gäbe es sicher andere Möglichkeiten", finden sie. "Wir hoffen auf einen neuen Standort. Es gibt in Düsseldorf schließlich nicht so viele Orte für alle Altersklassen."

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Ines Ring (36), die mit Mann und Tochter Hanna (3) gekommen ist, kann nicht verstehen, dass die Stadt "eine Erfolgsgeschichte wie das Monkey's vertreibt". "Der Grund kann nur Geld sein." Das glaubt auch Oliver Kahl, der ergänzt: "Das Monkey's passt so gut hier in den Hafen." Das findet Inka Kalkbrenner (41) zwar auch, und sie versteht den Ärger. Doch kann sie die Position der Stadt Düsseldorf nachvollziehen. "Sie muss wirtschaftliche Überlegungen anstellen." Schön fände Kalkbrenner, "wenn die Stadt kooperativ wäre, damit das Monkey's an anderer Stelle weiterlebt".

Wann (und ob) die Bagger anrücken, ist unklar wie eh und je: Projektentwickler Peter Schunk, der vor einigen Wochen erklärte, er stehe kurz vor der Vertragsunterzeichnung mit einer Hotel-Gruppe, ist nicht zu sprechen, auch die Stadt will sich nicht äußern. Geplant ist, ein doppeltürmiges Gebäude für Hotel- und Büronutzung zu errichten. Bislang jedoch fand sich weder ein (für den Baubeginn nötiger) Hotelbetreiber noch ein Hauptmieter für den Büro-Turm. Der angesprochene Alternativstandort Bremer Straße wäre für das Monkey's geeignet, aber laut Stadtsprecher Kai Schumacher hat keiner der Monkey's-Chefs bisher entsprechende Anfragen oder Anträge gestellt. Für einen Umzug im Sommer nächsten Jahres wäre die Frist daher wohl zu kurz, hieß es.