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Kreatives von künftigen Architekten: Monkey’s Island auf dem Lastkahn

Kreatives von künftigen Architekten : Monkey’s Island auf dem Lastkahn

Düsseldorf (dto). Im Oktober macht Monkey's Island dicht. Danach könnte die Beachbar auf zwei riesige Lastkähne umziehen. Zumindest, wenn die Entwürfe Düsseldorfer Architekturstudenten in die Tat umgesetzt werden. Insgesamt 98 Diplomanden haben an der Fachhochschule an kreativen Baulösungen für Düsseldorf gebastelt. Sie entwickelten spannende Konzepte für das Auto- und Bahngelände am Hauptbahnhof, für das Wohnen auf dem Wasser im Medienhafen oder neuartige Messestände. Am 13. Juli präsentieren die Studenten ihre Arbeiten der Öffentlichkeit.

Nach dem Willen der Studenten sollen zwei ausrangierte Lastkähne das Ambiente von Monkey's Island am Leben erhalten. Die 90 Meter langen und zehn Meter breiten Schiffe sollen an Bug und Heck Platz für eine Bade- und Saunalandschaft bieten, abends zum Nachtclub oder Theaterbühne werden. Je nach Event könnten die mobilen Kulturkutter die Messe oder auch das Kölner Rheinufer ansteuern, meint Professor Jochen Schuster, der sich das Thema "Moving Monkey's" ausgedacht hat. "Die Betreiber von Monkey's Island wollen sich das Projekt auf jeden Fall anschauen", so Schuster.

Komplette Wohnkomplexe hat eine Gruppe weiterer Studenten aufs Wasser verlegt und mobil gemacht. Wohnen in der Stadt ist beleibt, aber teuer. Diese Problematik inspirierte Profesor Dierk van den Hövel zum Diplomthema "Mobile Architektur für Wasserwelten". Entstanden sind variable Wasserhäuser aus vorgefertigten und frei kombinierbaren Elementen. So können die Bewohner die Position ihrer "Floating Homes" je nach Sonnenstand verändern, oder Tragwerkkonstruktionen ausklappen und in Balkone verwandeln. "Häuser to go" heißt das Motto, die schwimmenden Behausungen können jederzeit zu einem neuen Wohnort manövriert werden können. Hamburg plant in den nächsten Jahren über 1.000 schwimmende Häuser, vielleicht wohnen bald auch die ersten im Medienhafen direkt auf dem Rhein.

Mit der "Neuordnung der Auto- und Bahngeländes am Düsseldorfer Hauptbahnhof" befassten sich 25 Diplomanden von Professor Juan Pablo Molestina. Das 10.000 Quadratmeter große Gelände in der Stadtmitte liegt zurzeit brach, der Bahnhof bringt Verkehrslärm und auch Kriminalität mit sich. Wohnen, Arbeiten und Parken soll das Gelände künftig ermöglichen, die Gebäudehöhe sechs Geschosse nicht überschreiten, so die Vorgabe. Die Konzepte der Studenten: Kubische Baukörper, die nachts abgeschlossen werden, freischwebende Wohnplatten mit freigelassenem Erdgeschoss und integrierte Lärmschutzmauern.

Und noch ein Düsseldorfer Thema bewegte die Studenten. Die Aufgabe: "Entwurf für einen Event, einen Messestand und einen Pavillon". Die künftigen Architekten sollten dabei die Wechselwirkung von Architektur und Produkt - eine Hightech-Textilie - sichtbar machen und bewiesen große Fantasie. Da wurde die chemische Struktur des Stoffes - eine Polymerkette - in die Form des Messestands übertragen, reagiert der Raum wie der Stoff auf die Bewegungen der Besucher, verändert sich die Form eines Stands je nach Wetterlage.

Fernab von Düsseldorf zeigte sich der Esprit der angehenden Architekten in der Südschweiz am "Ort dazwischen — Siedlungsbau Aurieno -Moghegno". Gesucht und gefunden wurde eine städtebauliche Verbindung zwischen zwei alten Dörfern. Unter dem Motto "Horizontale adieu" entwarfen weitere Studenten zukunftstaugliche Räumlichkeiten für das Warenhaus Karstadt.

Rundgang an der FH Düsseldorf, Josef-Gockeln-Str. 9
Donnerstag, 13. 7., 10 bis 21 Uhr