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Mondschnuppe in Düsseldorf neu eröffnet

Kommen und Gehen : Zwischen Nasenflöten und Hüpfknete

Joachim und Johannes Thiess sind mit der „Mondschnuppe“ an die Schwerinstraße 19 gezogen. Es ist ein Paradies für Liebhaber skurriler Kleinigkeiten.

Joachim und Johannes Thiess, Vater und Sohn, sind mit ihrem Geschäft „Mondschnuppe“ zwar quasi nur um die Ecke, von der Pfalz- an die Schwerinstraße, gezogen, die Wahrnehmung ist jetzt aber eine ganz andere. „Wir sind hier sehr viel präsenter, auch für Laufkundschaft“, sagt Johannes Thiess. „Außerdem ist der Laden größer als der alte, alles wirkt bedeutend aufgeräumter, zumal wir uns von bestimmten Artikeln getrennt haben“, so der Junior-Chef.

Im Mittelpunkt steht mittlerweile das Ballongeschäft, auch das Grußkarten-Sortiment nimmt viel Raum ein, den Charme des Ladens machen aber die vielen Kleinigkeiten aus, die sich inzwischen wohl in kaum einem anderen Geschäft mehr finden. Die Aufschrift der Schubläden eines nostalgischen Apothekerschranks klären über den jeweiligen Inhalt auf. Dort verbergen sich Nasenflöten und Ballonraketen, Flotte Finger und Hüpfknete, Zungentattoos und Muttis Spucke (eine Taschentuchbox). Es gibt auch diverse Varianten von Seifenblasenflüssigkeiten, Clownsnasen (groß, klein, knollig) oder lustige Finger- und Handpuppen. Nicht zuletzt lassen wertvolle Musikspielwerke oder aus der Mode gekommene Geduldsspiele echtes Retro-Ambiente aufkommen.

Die „Mondschnuppe“ ist ein reiner Familienbetrieb, den Joachim Thiess 1995 an der Kruppstraße erstmals eröffnete. Die Nachfolge ist schon geklärt, nach dem 25-Jährigen will sich Thiess 2020 zurückziehen und das Geschäft endgültig in die Hände des Filius legen. Der 65-Jährige war ursprünglich Sozial­arbeiter, als er auf den „Jahrmarkt der Sensationen“ von Bernhard Paul aufmerksam wurde. Diese Art von mobilem Varieté übte eine unglaubliche Faszination auf Thiess aus, er lernte Jonglieren, das Einradfahren, nach dem Clowns-Workshop folgte später noch das Zaubern. Sogar auf Sylt ist er damals mit seiner Show aufgetreten. Noch heute kann man den Magier und Gaukler aus Pempelfort für Feiern buchen.

Doch inzwischen ist alles etwas ruhiger geworden, der neue Laden sei in jeder Hinsicht ein logischer Entwicklungsschritt gewesen. Kreative Kleinkunst ebenso wie die Zauber- und Zirkusaccessoires seien immer noch das, was die Wundertüte „Mondschnuppe“ ausmache, „aber natürlich muss man auch mit der Zeit gehen“, betont der Ladeninhaber, der mit seinem Sohn bereits in den ersten Tagen seit der Eröffnung vergangenen Dienstag bedeutend mehr Kunden begrüßen durfte als früher. „Die Schwerinstraße ist mit ihren vielen inhabergeführten Geschäften sehr individuell, das kommt auch uns zugute“, sagt Johannes Thiess. Den Rest werde der Buschfunk erledigen.

Mondschnuppe, Schwerinstraße 19, Telefon 786565, Öffnungszeiten Mo bis Fr 10 bis 18 Uhr, Sa 10 bis 16 Uhr