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Möbel Höffner: Möbelkette fühlt sich von IDR getäuscht

Möbel Höffner : Möbelkette fühlt sich von IDR getäuscht

Möbel Höffner will in Rath ein Möbelzentrum bauen. Dazu wurden zwei Grundstücke gekauft. Ein drittes verkaufte die IDR entgegen der Absprachen an den Konkurrenten Möbel Schaffrath – das sagt die Projektentwicklerin Edda Metz im RP-Gespräch.

Möbel Höffner will in Rath ein Möbelzentrum bauen. Dazu wurden zwei Grundstücke gekauft. Ein drittes verkaufte die IDR entgegen der Absprachen an den Konkurrenten Möbel Schaffrath — das sagt die Projektentwicklerin Edda Metz im RP-Gespräch.

 Edda Metz von der Geschäftsleitung der Firma Krieger, Muttergesellschaft der Möbelhauskette Höffner.
Edda Metz von der Geschäftsleitung der Firma Krieger, Muttergesellschaft der Möbelhauskette Höffner. Foto: Krieger

Frau Metz, kürzlich wurden Pläne bekannt, dass Ihre Firma Möbel Höffner an der Theodorstraße ein Möbelzentrum bauen will. Was erwartet uns dort?

Metz Wir planen nicht bloß ein Möbelzentrum, sondern viel mehr. Auf dem großen Grundstück wird ein Höffner-Möbelhaus und der Möbelmitnahmemarkt Sconto gebaut werden. Aber wir wollen an der Theodorstraße ein ganzes Quartier entwickeln. Dazu gehören Büros, Wohnen, auch eine Kindertagesstätte würde dem Projekt gut zu Gesicht stehen.

Erst vor wenigen Tagen hat ihr Konkurrent, das Mönchengladbacher Unternehmen Schaffrath, angekündigt, ebenfalls in Rath ein neues Möbelhaus bauen zu wollen. Konterkariert das Ihre Pläne?

Metz Wissen Sie, wir verstehen hier einiges nicht. Wir haben im Juli dieses Jahres das Gelände der Firma Goodman an der Theodorstraße gekauft. Wenige Tage später haben wir dann von der Dibag das Grundstück Am Hülserhof erworben. Um ein Windhundrennen zu verhindern und der Stadt eine Zwickmühle zu ersparen, haben wir am darauffolgenden Werktag der Stadtspitze den Kauf der beiden Grundstücke angezeigt und unser Projekt vorgestellt. Die Stadtspitze zeigte sich positiv gegenüber unserem Vorhaben. Es gab noch ein drittes Grundstück an der Theodorstraße. Eigentümer war die städtische Tochter IDR. Für dieses Grundstück hatte die IDR mit Bauhaus eine Absichtserklärung geschlossen, in der steht, dass bis 2015 keine anderweitigen Verfügungen über das Grundstück getroffen werden. Daher war dieses Grundstück für Möbel nicht geeignet beziehungsweise vorgesehen. Das wussten wir. Wie Sie wissen und auch an unserem Entwurf sehen, entwickeln wir aber nicht nur Möbelhäuser. Wir bauen Stadtquartiere mit Schulen, Wohnungen und Ähnlichem, und bauen zum Beispiel auch für andere wie Bauhaus, Metro, und so weiter. Das Grundstück der IDR war wegen der Absichtserklärung nicht als Möbelstandort entwickelbar. Nach unseren Ankäufen und der Vorstellung unserer Pläne mussten wir erfahren, dass die IDR wenige Tage nach unserer Präsentation bei der Stadt das Grundstück, ohne Ausschreibung an Schaffrath verkauft hatte.

Fühlen Sie sich von der Stadtverwaltung getäuscht?

Metz Wir stehen hier etwas verständnislos da, insbesondere wegen der im Raume stehenden Absichtserklärung mit Bauhaus. Am Standort Theodorstraße wollen wir knapp 200 Millionen Euro investieren. Unser Ziel ist es, neben der Entwicklung des Möbelhauses, durch den Bau von Büros, Hotel und Kita oder auch Wohnungen Gewerbesteuer im Areal zu halten und weitere Gewerbesteuerzahler nach Rath zu ziehen. Ein schönes Projekt für die Stadt. Und mit der Stadt entwickeln, das ist unser Ziel.

Falls Schaffrath nun an seinen Plänen festhält, würden Sie dann trotzdem in Rath ein Möbelzentrum bauen, nach dem Motto "Konkurrenz belebt das Geschäft"?

Metz Beim Kauf der Grundstücke hatten wir das Ziel, der Stadt das Problem des Windhundrennes abzunehmen. Bei den Planungen für Möbelzentrum und Stadtquartier sind wir nicht davon ausgegangen, dass in direkter Nachbarschaft ein zweites Möbelhaus entsteht.

Gehen wir mal davon aus, sie bekommen den Zuschlag. Wie sieht ihre weitere Planung aus?

Metz Ein Aufstellungsbeschluss zu Beginn des Jahres wäre wünschenswert, damit wir loslegen können. Die Planungen dürften dann etwa ein Jahr dauern. Also würde etwa im Januar 2014 der Bebauungsplan stehen. 2014 / 2015 könnte das Projekt an der Theodorstraße dann gebaut werden.

Was wird konkret an der Theodorstraße entstehen?

Metz Wir planen ein Einrichtungszentrum mit einem Möbeleinrichtungshaus Höffner und einen Möbelmitnahmemarkt Sconto. Außerdem wollen wir ein Bürohaus errichten, in das die Firma Technip mit ihrer Verwaltung einzieht, die ja bereits heute ihren Sitz an der Theodorstraße hat. Das hat für die Stadt den großen Vorteil, dass auch die Gewerbesteuereinnahmen von Technip in Düsseldorf bleiben. Außerdem haben wir vor, eine Kindertagesstätte zu eröffnen.

Wird es auch Wohnungen an der Theodorstraße geben?

Metz Wir denken auch an den Bau von Wohnungen und an ein Hotel. Mit der Wohnbebauung wollen wir der Stadt Düsseldorf entgegenkommen. Wir wissen, wie knapp und begehrt Wohnraum in Düsseldorf ist.

Es gibt das Gerücht, das Autohaus Brüggemann, das Gebäude wurde erst 2009 an der Theodorstraße gebaut, soll verschwinden . . .

Metz Wir haben das Gebäude des Autohauses Brüggemann für 13,5 Millionen Euro gekauft. Und ja, wir würden das Gebäude abreißen. Auf dem Gelände entstünde ein großes Biotop. Dieses wollen wir erhalten und durch den Abriss von Brüggemann erweitern. Das ganze Areal soll so grüner, natürlicher werden. Der Grünbereich soll 30 000 Quadratmeter groß werden.

Wie viele Arbeitsplätze können durch Ihre Investition in Rath entstehen?

Metz Durch uns werden rund 400 Arbeitsplätze geschaffen, davon 30 Ausbildungsplätze. Außerdem gibt es die reelle Chance auf zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen für die Stadt Düsseldorf.

Thorsten Breitkopf führe das Gespräch.

(RP/jco/ila/top)