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Düsseldorf: Modezar-Nachlass geht an HIV-Ambulanz

Düsseldorf : Modezar-Nachlass geht an HIV-Ambulanz

Der Düsseldorfer Modeschöpfer Hanns Friedrichs hat die HIV-Ambulanz für Kinder an der Uniklinik in seinem Nachlass maßgeblich bedacht. Der hohe fünfstellige Betrag soll nun vor allem in die Forschung fließen.

Bekannt war Hanns Friedrichs vor allem für seine Leidenschaft für schöne Mode. Sein Salon galt während der Wirtschaftswunder-Jahre als Treffpunkt der Schönen und Reichen. Zu seinen Stammkundinnen gehörten arabische Prinzessinnen, deutsche Schauspielerinnen und Hollywood-Stars. Doch sein Engagement für an HIV und AIDS erkrankte Menschen war nicht weniger leidenschaftlich. Friedrichs gehörte zu den ersten deutschen Prominenten, die sich öffentlich für Betroffene einsetzten und sie auch förderten. In Düsseldorf war er ab 1993 Erster Vorsitzender, ab 2002 Ehrenvorsitzender des Förderkreises A.I.D.S. (Alle im Dienst solidarisch), viele Kollektionen verkaufte er zu Gunsten der Aids-Hilfe.

Vor allem infizierte Kinder und deren Familien zu unterstützen, war dem Modezar wichtig. So unterstützte er in Düsseldorf zum Beispiel den Freundeskreis der Elterninitiative HIV-betroffener Kinder und hat, wie es nun mehr als ein Jahr nach seinem Tod bekannt wurde, seinen Nachlass der HIV-Ambulanz für Kinder an der Uniklinik vermacht.

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"Durch seine finanzielle Unterstützung wird es möglich sein, für die kommenden Jahre sowohl die klinische Versorgung HIV-infizierter Kinder als auch die Durchführung entsprechender wissenschaftlicher Forschungsprojekte sicherzustellen", sagt Arndt Borkhardt, Direktor der Klinik für Kinder-Onkologie, -Hämatologie und Klinische Immunologie.

In der Ambulanz, die vor mehr als 20 Jahren gegründet wurde, werden zurzeit 50 HIV-1 infizierte Kinder behandelt. Auch so genannte exponierte Kinder — Kinder, die nicht infiziert, aber Mütter haben, die es sind, werden an der Uniklinik betreut. An der Frauenklinik der Uniklinik entbinden jedes Jahr 15 bis 20 Frauen mit HIV-1 ihre Babys, die schon während der Schwangerschaft, bei der Entbindung und nach der Geburt besonders betreut werden müssen, um die Übertragung der Krankheit auf das Neugeborene zu verhindern.

Da die Zahl der HIV-erkrankten Kinder mit bundesweit 400 bis 500 Betroffenen sehr gering ist, ist die Entwicklung von Medikamenten speziell für Kinder und die Erforschung des Krankheitsverlaufs bei Kindern aus Sicht der Pharmaunternehmen nicht lukrativ. An der Düsseldorfer Klinik soll der Nachlass von Hanns Friedrichs — die genaue Höhe ist nicht bekannt, es soll sich aber um einen hohen fünfstelligen Betrag handeln — daher vor allem in die Forschung fließen.

Bundesweit gibt es zurzeit sechs Zentren für HIV-kranke Kinder, die Ambulanz an der Düsseldorfer Uniklinik ist die einzige in Nordrhein-Westfalen.

(RP)