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Düsseldorf: Modeschlösschen schließt nach 60 Jahren an der Kö

Düsseldorf : Modeschlösschen schließt nach 60 Jahren an der Kö

Die 14 Mitarbeiterinnen des Geschäftes verlieren Ihre Arbeitsplätze und Düsseldorf ein Traditionsgeschäft.

Von weitem sichtbar sind die großen lilafarbenen Fahnen, die an der Haus-Fassade Kö 98 flattern und das Ende ankündigen: "Good-bye, wir schließen." Und damit verschwindet wieder eines der wenigen noch inhabergeführten Familienunternehmen auf Düsseldorfs Einkaufsmeile Nummer Eins. "Unser Mietvertrag läuft Ende des Jahres aus und wir machen zu", erklärt Inhaber und Geschäftsführer des traditionsreichen "Modeschlösschens", Mischa Blumhoff.

Der in Flingern geborene, 47 Jahre alte Betriebswirt hat sich die Entscheidung das Geschäft aufzugeben, nicht leichtgemacht. "Ausschlaggebend ist ein Bündel von Gründen. Aber unabhängig von drohenden neuen Mietkonditionen verändert sich die Textilbranche derart rasant, dass wir als Einzelhändler auf Dauer keine Überlebenschance haben." Immer mehr Hersteller — nicht nur die großen Ketten wie Zara und H&M — sondern auch Boss und Brax, Gerry Weber und Marc'O Polo, eröffneten eigene Läden.

"Und die können ihre eigene Ware ganz anders verkaufen", sagt Blumhoff. "Wir Händler sind abhängig von den Fabrikanten. Und es fällt immer schwerer, sich mit einem besonderen Sortiment abzuheben." Hinzu komme, dass auch seine Kundinnen, die gehobene Kleidung suchen, zunehmend im Internet bestellen. Nach mehr als 60 Jahren an der Königsallee werden die Jacken und Mäntel, Ensembles und perlenbestickten Abendkleider nun ausverkauft. Ende Dezember schließt das Modeschlösschen seine Türen, 14 Mitarbeiterinnen suchen einen neuen Job.

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Was aus der 1050 Quadratmeter großen Verkaufsfläche wird, die über zwei Etagen geht, steht noch in den Sternen. Sicher scheint dagegen, dass der Charme der in die Jahre gekommenen Räume mit ihren üppigen Kronleuchtern, den Perserteppichen und Biedermeier-Sesseln nicht überlebt. Wo man sich früher im oberen Stock sonntags zum Tanztee getroffen hat, bevor es dort die passenden Cocktailkleider zu kaufen gab, wird demnächst kein Lüster und kein Tischchen mehr an die alten Zeiten erinnern. Mischa Blumhoff, Vater von zwei Töchtern (8 und 13 Jahre alt) kann zwar noch nicht ganz glauben kann, dass in wenigen Wochen eine Familiengeschichte zu Ende geht. Aber das Wagnis in die Zukunft mit kostenintensivem Umbau zu investieren, sei ihm einfach zu groß.

Was sein Vater Willi Blumhoff vor mehr als sechs Jahrzehnten aufgebaut hat, ist dann 2014 Vergangenheit. Bereits 2009 musste das Stammhaus Modeschlösschen Desirée, das mehr als ein halbes Jahrhundert die Kunden anzog, an der Schadowstraße weichen. Die große Textilkette Peek & Cloppenburg hatte die Immobilie gekauft und konnte so durch einen neuen Anbau sein 2001 errichtetes Weltstadthaus erweitern.

(RP)