Düsseldorf: Modelleisenbahn zum Mitfahren

Düsseldorf: Modelleisenbahn zum Mitfahren

Der Modell Bahn Club Düsseldorf hat am Wochenende offiziell seinen Betrieb direkt am Unterbacher See aufgenommen. Die prominentesten Passagiere waren OB Dirk Elbers und seine Frau Astrid, die die Jungfernfahrt auf einer Diesellok vornahmen.

In freudiger Erwartung nimmt Oberbürgermeister Dirk Elbers auf der Diesellok Platz. Zugleiter Jochen Korth gibt noch die letzten Instruktionen zum Lenken und Bremsen, dann kann es losgehen: Nach dem bahnhofsüblichen Pfiff setzt sich der Zug in Bewegung.

Natürlich handelte es sich nicht um eine echte Lok, die der OB und dessen Frau Astrid fuhren, sondern um eine Modelleisenbahn, und auch Jochen Korth ist trotz entsprechender Bekleidung kein echter Zugleiter, sondern der Vorsitzende des Modell Bahn Clubs Düsseldorf (MBC), der am Wochenende eröffnet wurde. Die offizielle Jungfernfahrt nahm der Oberbürgermeister höchstselbst vor und fühlte sich — wie er nach der Fahrt bekundete — ein wenig an seine Kindheit erinnert.

Brücke mit akustischer Täuschung

Bereits vor zwei Jahren nahmen die ersten Züge langsam den Fahrbetrieb an der Südseite des Unterbacher Sees auf, seitdem haben die 20 Mitglieder des jungen Vereins den Streckenverlauf stetig erweitert. Derzeit ist die Gleisstrecke 450 Meter lang, hat 14 Weichen, eine Kreuzung, eine Brücke und eine charmante Bahnhofshalle. "Alles in Eigenregie gefertigt", sagt Jochen Korth, der die Idee zum Modell Bahn Club hatte.

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Um sein Haus herum und durch seine Garage in Vennhausen fuhren schon seit eh und je Modelleisenbahnen, "das Ganze könnte man ja ein bisschen größer machen", dachte sich Korth und fand das Gelände am Kleinforst, das erst einmal vom zwei Meter hohen Unkraut befreit werden musste. Entstanden ist nun eine recht nostalgisch anmutende Zuglandschaft, in der man sich vorkommt wie ein Riese auf Gullivers Reisen.

Zu Höhepunkten der Clubanlage zählt die zwölf Meter lange Brücke, die mittig über einen kleinen See führt. Wenn man die Augen schließt oder gerade nicht hinschaut, klingt es so, als würde ein echter Zug am Rande des Geländes vorbeirauschen. Dabei ist es nur die Diesellok mit dem OB oder die mit echter Kohle beheizte Dampflok mit einer Reihe Kinder an Bord, die in Schrittgeschwindigkeit vorbeituckert. Eine spezielle Stahlkonstruktion macht diese akustische Täuschung möglich, für Dirk Elbers war dieser Abschnitt "das größte Erlebnis", wie er sagte.

Das befand auch der vierjährige Joshua, der einer der jungen Passagiere auf der Dampflok hinter dem Zug des Oberbürgermeisters war. Er konnte von den Fahrten gar nicht genug bekommen, schließlich hat er zu Hause nur die Modelleisenbahnen, die man mit der Hand bedienen kann, aber niemals besteigen könnte. "Eine echte Steigerung" befand Opa Franz Josef Thöne, als er mit seinem Enkel in der kleinen selbst erbauten Bahnhofsmission auf den nächsten Zug wartete.

Ohnehin hat dieser Bahnhof mit der Hektik, die der Reisende sonst an Bahnhöfen erlebt, nichts gemein. Deshalb ist es für Vereinsmitglied Joachim Schäfer auch völlig unerheblich, wie schnell seine Dampflok eigentlich in der Spitze fahren könnte: Hier geht es nicht um Schnelligkeit und Rasen, sagt er, sondern um Genuss, und setzt seine Fahrt gemächlich fort.

(RP)
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