Mode-Standort Düsseldorf ist trotz Krise gefragt

Wirtschaft in Düsseldorf : Mode-Standort ist trotz Krise gefragt

Viele Einkäufer haben die CPD-Ordertage am Wochenende genutzt, um die Mode-Kollektionen für die nächste Sommersaison zu bestellen. Düsseldorf gibt sich aktuell deutlich selbstbewusster als Berlin.

Der Mode-Branche ging es schonmal besser – doch in Düsseldorf stemmt man sich hartnäckig und bislang offenbar mit Erfolg gegen die Krise. Das ist das Fazit nach den CPD-Ordertagen, die von Freitag bis Montag zahlreiche Einkäufer des Handels in die Stadt gebracht haben, die ihre Kollektionen für den nächsten Sommer bestellten. „Insgesamt war die Stimmung sehr gut“, sagt die Geschäftsführerin des Vereins Fashion Net, Angelika Firnrohr: „Die Besucher-Frequenz war an einigen Stellen nicht so hoch; aber es wurden gute Geschäfte gemacht.“ Fashion Net kümmert sich um die Belange der Branche in Düsseldorf und wird finanziell von verschiedenen Modefirmen getragen und auch von der Stadt bezuschusst.

Geschäfte werden während der Ordertage in den rund 600 Mode-Showrooms verschiedener Marken und Agenturen im Stadtgebiet gemacht – und auf den Ordermessen, die sich in den vergangenen Jahren fest etabliert haben. Auf der Messe Supreme Women&Men im B1, veranstaltet von der Munichfashion Company, stellten 500 Design-Labels aus der ganzen Welt ihre Kollektionen vor – erstmals schon ab Freitag, was sich bewährte. „Der Orderumfang am Freitag war deutlich höher als im Vergleich zu den vergangenen Jahren am jetzt eingesparten Dienstag“, sagt Projektleiterin Vanessa Frank. „Der Freitag war für mich persönlich der erfolgreichste Tag“, bestätigte auch Peter Hofmann, Geschäftsführer von Beate Hofmann mit Showroom an der Kaiserswerther Straße.

Die Messe Gallery auf dem Areal Böhler verlief nach Angaben des Veranstalters Igedo Company ebenfalls erfolgreich. „Wir sind sowohl mit der dreitägigen Kernlaufzeit als auch den beiden zusätzlich ergänzenden Rahmentagen durch das Showroom-Konzept zufrieden“, sagt die Projektverantwortliche Ulrike Kähler. Die Showrooms sollen es Agenturen und Marken ermöglichen, auch vor und nach der Kernzeit der Messe Termine mit Kunden zu vereinbaren. Mit dem Betrieb vor Ort zeigten sich die Aussteller zufrieden: „Es sind auch Neukunden gekommen – nicht nur vereinbarte Termine“, sagt etwa Agentur-Inhaberin Sandra Mindner – sie war das erste Mal bei der Gallery. Mit dem Böhler-Gelände an der Stadtgrenze zu Meerbusch hat sich inzwischen auch der Standort der Gallery längst etabliert, dessen Erfolgsaussichten anfangs wegen seiner Lage abseits des sonstigen Mode-Geschehens angezweifelt wurden.

Natürlich könne man das Geschehen in Düsseldorf nicht losgelöst von der Zukunft der Branche sehen, findet Firnrohr: „Die Mode verändert sich weiter, es fallen Einkäufer weg, der Handel muss sich auf vieles einstellen.“ Gleichzeitig zeige sich aber dieses Jahr wieder deutlich, wie stark das Standing Düsseldorfs als Mode-Stadt ist – auch im Vergleich zu Berlin, das gerade neu sein Profil sucht.

Klaus Brinkmann (Bugatti; v.l.), Angelika Firnrohr (Fashion Net), OB Thomas Geisel und Dirk Büscher (Marc Cain Agency) bei der Branchen-Party. Foto: Fashion Net/Claudia Ast

Bei der großen Party der Modebranche am Sonntagabend im Blumengroßmarkt waren entsprechend viele zufriedene Gesichter zu sehen. Nur nicht, als nach ein paar Stunden an einem von zwei Grill-Ständen das Fleisch ausging. Einige wollten hier ein Zeichen für eine neue Sparksamkeit der Branche entdeckt haben, aber Angelika Firnrohr winkt lachend ab: „Wir haben an der Party im Vergleich zum Vorjahr nicht gespart; sie war nur einfach sehr gut besucht. Am anderen Stand gab es noch bis in die Nacht Würstchen.“

Mehr von RP ONLINE