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Düsseldorf: Mode-Einkäufer wollen kürzere Wege

Düsseldorf : Mode-Einkäufer wollen kürzere Wege

Heute enden die CPD-Ordertage. Die Veranstalter der ausgebuchten Messen Gallery und Supreme zeigen sich zufrieden, die Showrooms waren gut besucht. Fachbesucher kritisieren aber, dass sie zu oft den Ort wechseln müssen.

Tausende Mode-Experten haben am CPD-Orderwochenende die Messen und die Hunderten Showrooms der Stadt besucht. Zentrale Anlaufstellen für die Einkäufer waren die Messe Supreme Women & Men im B1 am Bennigsen-Platz und die Gallery in der "Botschaft", dem früheren US-Generalkonsulat.

Die ersten Zwischenbilanzen der Veranstalter fielen positiv aus, auch in den Showrooms gab es einen großen Andrang: Düsseldorf ist definitiv ein starker Magnet für die Modebranche. Kritik gab es an den Wegen zwischen den Standorten - nach wie vor wünschen sich viele Besucher einen zentralen Orderplatz wie früher mit der CPD auf dem Messegelände.

Die Projektleiterin der Gallery, Ulrike Kähler, zeigte sich am Wochenende zufrieden: "Es läuft sehr gut bei uns." Die restlos ausgebuchte Order-Plattform der Igedo nutzt zusätzlich zur "Botschaft" den Rheingold-Saal im Hotel Hilton für eine Abendmode-Veranstaltung ("Red carpet") und erstmals die Hammer Hallen im Hafen, die bislang der Berliner Veranstalter Premium Exhibitions gemietet hatte. An diesem Standort gibt es einen Schwerpunkt auf internationale Labels, etwa Alto Milano, Vive la Difference, Laidback London und Sternensee.

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Beobachter kritisierten, dass die Besucherfrequenz an dem eher abseits des restlichen Mode-Geschehens gelegenen Standort niedriger war - darunter litten einige Aussteller. "Die Halle ist schön, aber das nutzt nichts, wenn niemand herkommt", sagte etwa Wulf Wernicke, der mit seiner Dortmunder Handelsagentur erstmals in Düsseldorf ausstellte. "Es wäre schön, wenn so etwas an einem zentralen Ort in der Stadt stattfinden würde."

Daran änderten auch die Extra-Fahrzeuge nichts, die die Gallery zusätzlich zu dem Shuttle-Service von Fashion Net (verbindet die Ordermessen mit den Hallen 29 und 30 und dem Fashion House) zwischen ihren Standorten eingesetzt hat. Ulrike Kähler verwies darauf, dass es auch viel Lob für die neue Location gegeben habe. Einige große Kunden hätten sich sehr zufrieden geäußert: "Es ist aber klar, dass sich so etwas erst einmal etablieren muss."

Weite Wege sind aber auch der wesentliche Kritikpunkt so mancher Einkäufer, die sich nach der geballten Präsentation aller Labels auf einem Gelände sehnen. "Ich komme seit zehn Jahren nach Düsseldorf und bin gerne hier", erklärte Jax Parker von Artistry Ltd. aus London. "Aber es gefällt mir überhaupt nicht, wie weit inzwischen alles voneinander weg ist." Ihre Geschäftspartner finde sie in der "Botschaft", bis zu den Showrooms der Hallen 29 und 30 oder gar ins Fashion House sei sie noch nie gekommen. "Wie soll das gehen, wenn man nur zwei Tage hier ist?" Ein Shuttle-Service-Fahrer berichtete, dass er solche Klagen oft höre: "Die Leute bedanken sich bei uns für den Service, aber sie fragen trotzdem, warum das überhaupt sein muss."

Womöglich sind das Denk-Anstöße für die Veranstalter der Supreme, deren Flächen im B1 ebenfalls bei Ausstellern begehrt und schon Monate im Voraus ausgebucht waren. "Wir haben jeden Zentimeter Fläche rausgeholt und sind an unseren Grenzen", sagten Aline Schade und Mirjam Dietz von der Munich Fashion Company. Beide betonten, man denke daher derzeit über eine Erweiterung nach: "Aber wenn wir das machen, dann im direkten Umfeld." Räume etwa auf dem Böhler-Areal oder gar dem Gelände der Düsseldorfer Messe schlossen sie aus.

Rund 450 Kollektionen sind noch bis morgen im B1 zu sehen, darunter auch zahlreiche Neukunden. Aline Schade: "Viele Labels wollen gerne von Düsseldorf aus den Markteintritt starten."

(RP)