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Mobilität der Zukunft: Innovationscampus entsteht am Flughafen Düsseldorf

Mobilität der Zukunft : Riesiger Innovationscampus entsteht am Flughafen Düsseldorf

Das Thema lautet „Mobilität der Zukunft“: Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen sollen in dem Projekt der Euref AG auf 40.000 Quadratmetern zusammenarbeiten. Hauptmieter wird das Unternehmen Schneider Electric, das bisher in Ratingen sitzt.

Ein riesiges Zukunftsprojekt soll demnächst in direkter Nachbarschaft des Flughafens verwirklicht werden. Die Euref AG aus Berlin will dort einen 40.000 Quadratmeter großen Innovationscampus errichten, auf dem rund 2500 Mitarbeiter von großen Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen am Thema „Mobilität der Zukunft“ arbeiten. Investiert werden rund 200 Millionen Euro. Die Unternehmen sollten zusammenpassen und könnten sich untereinander vernetzen, sagte Euref-Vorstandschef Reinhard Müller am Mittwoch bei der Vorstellung des Projekts.

Laut Animation wird der Campus aus zwei Baukörpern mit Solarglasdach bestehen, die direkt gegenüber dem Fernbahnhof errichtet werden – teils mit Blick auf die Start- und Landebahnen des Airports. Ein markanter Hingucker auf dem Areal wird die riesige Kuppel sein, die aus dem Gasometer in Berlin nach Düsseldorf gebracht wird – bekannt wurde sie auch durch die Talkshow von Günther Jauch. Ein Präsentationsvideo für den Campus zeigt zudem Algenfassaden, die CO2 binden und Energie erzeugen können, und teils begrünte Flächen im Inneren. Das Gebäude wird CO2-Klimaziele für das Jahr 2050 von Anfang an erfüllen, verspricht die Euref.

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Im kommenden Jahr kann voraussichtlich mit dem Bau begonnen werden, in spätestens fünf Jahren soll der Campus fertig sein – vielleicht aber auch eher. Aktuell laufen die Verhandlungen zum Grundstückserwerb, die Bauvoranfrage soll demnächst eingebracht werden.

Der erste große Mieter des Projektes steht aber schon fest, noch ehe die Bauarbeiten begonnen haben: Das Elektrotechnik-Unternehmen Schneider Electric will seinen Hauptsitz aus Ratingen in die nahe Nachbarstadt verlegen und mit rund 750 Mitarbeitern auf dem Campus einziehen. „Wir möchten aber definitiv noch weiter wachsen“, sagt Personalvorstand Daniel Rook. Er freue sich auf das moderne Gelände, das Kontakt zu Start-ups ermögliche und potenzielle Nachwuchskräfte anziehen werde: „Junge Mitarbeiter haben heute andere Ansprüche an ihr Arbeitsumfeld.“ Schneider Electric bietet Lösungen für die digitale Transformation von Energiemanagement und für die Automatisierung in Haushalten, Gebäuden und Infrastruktur – auch Ladestationen für Elektromobilität gehören dazu.

Oberbürgermeister Thomas Geisel sprach von einem „Ansiedlungsvorhaben der modernen Art, das sehr gut zu Düsseldorf passt“. Man wolle eine Plattform für Innovation schaffen. Flughafen-Chef Thomas Schnalke betonte, man freue sich auf den neuen Nachbarn. „Mobilität ist für uns ein wichtiges Thema“, sagte er.

Die Euref betreibt seit zehn Jahren einen ähnlichen Campus in Berlin, auf dem rund 3500 Mitarbeiter in mehr als 150 Unternehmen arbeiten. In Düsseldorf wolle man „keine Kopie, sondern eine Weiterentwicklung“ schaffen, betonte Reinhard Müller. Dazu soll etwa die Einrichtung eines Mobilitäts-Hubs als Erprobungsplattform für e-Mobilität, Sharingmodelle und autonomes Fahren gehören. Dass sich genug Mietinteressenten finden werden, die in sein Konzept passen, bezweifelt er nicht. Zumal er die Landeshauptstadt als optimalen und anziehenden Standort lobt: „Der Gründer- und Unternehmergeist der Stadt, die gute Erreichbarkeit, die Attraktivität für internationale Talente, all das zeichnet Düsseldorf aus unserer Sicht aus.“

Trotz des Fokus’ auf Zukunfts-Mobilität wird es am Gelände übrigens auch einige hundert Parkplätze geben. Müller verweist trotzdem vor allem auf die günstige Lage mit Flughafen, Bahnhof und entlang der geplanten Trassen von U81 und Radschnellweg. In Berlin, sagt er, habe man die Zahl der Parkplätze mit den Jahren spürbar reduziert.