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Eltern-Kolumne: Mitbestimmen ab drei

Eltern-Kolumne : Mitbestimmen ab drei

Elternkolumne Kinder haben einen feinen Sinn für Gerechtigkeit. Kinderparlamente, in denen abgestimmt wird, stärken dieses Empfinden.

„Papa, du hast `nen Schatten, der ist ganz groß, und ich habe einen kleinen Schatten“. Solche oder ähnliche Sprüche oder Beobachtungen verzaubern uns als Eltern immer wieder aufs Neue. Kinder kommen als Samen mit einer ganz individuellen Hardware in die Welt und wachsen dann auf einem Eltern-, Großeltern- oder Erzieherinnenboden, der ihnen Sonne spendet und den Umgang mit Regen lehrt, auf.

Diese individuelle Software wird – um im Bild zu bleiben – ganz besonders in den ersten Lebensjahren interaktiv programmiert. Es werden die Schienen verlegt, die Lokomotive gebaut und Weichen für das zukünftige Leben gestellt. Das Kind erlebt durch die Augen seiner Eltern und deren Bezugspersonen außerhalb der Familie seine Umwelt. Jetzt durchläuft die „Software“ erste Tests und bildet durch Erfahrungen mit dem eigenen Empfinden so allmählich ein Ich-Gefühl – es kristallisieren sich Charakterzüge heraus.

Es gibt introvertierte und extrovertierte Kinder, die jetzt viel in richtig oder falsch, das darf ich oder nein, das darf ich nicht, unterteilen. Beim Spielen in der Kita wird dann aufgepasst, dass Regeln auch eingehalten werden. Gerade bei Konflikten dreht sich jetzt viel um Gerechtigkeit für das Kind selbst und für andere. Um dieses Recht- und Gerechtigkeitsempfinden zu stärken, gibt es ein Kinderparlament. Hier werden die Kinder in der Kita meines Sohnes in Pempelfort unter anderem nach potenziellen Aktionen für das anstehende Sommerfest befragt. Im Anschluss wird diskutiert und am Ende findet dann eine demokratische Abstimmung statt. So erhalten Kitakinder im zarten Alter von drei bis sechs Jahren schon ein Recht auf Mitbestimmung.

Mit dem Thema Rechte für Kinder befasst sich auch der diesjährige Weltkindertag in Düsseldorf. Am 15. September richten das Jugendamt, die Unicef, Kitas und andere Organisationen ein tolles Fest für und mit Kindern aus. Am Rheinufer wird dann Sport getrieben, gespielt, gebastelt und ganz viel diskutiert.

Auch wir vom Jugendamtselternbeirat, der jährlich neu gewählten Vertretung der Kita-Eltern in der Stadt, werden dort mit einem Stand am Landtag für die zwei bis sechs Jahre alten Kinder präsent sein. Vom Entenangeln über Balancieren bis hin zum Falschparker-Knöllchen ausmalen ist alles dabei. Wer Interesse hat, kann an unserer interaktiven Aktion „GehWeg! Weg frei für mehr Kindersicherheit“ teilnehmen. Wir freuen uns auf den Tag, an dem die jüngsten Bürger der Stadt im Mittelpunkt stehen und hoffen, dass möglichst viele Familien ans Rheinufer kommen.