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Düsseldorf: Mit lautem Salut durch das Dorf

Düsseldorf : Mit lautem Salut durch das Dorf

Die Böllergruppe der Angermunder Bruderschaft verkündet wichtige Ereignisse beim Schützenfest durch laute Schüsse.

Der gestrige große Festumzug, der Höhepunkt des Angermunder Schützenfestes, war wieder eine besondere Augenweide, denn es handelt sich dabei um einen historischen Umzug. Viele außergewöhnliche Gruppen - in Angermund spricht man nicht von Kompagnien - präsentieren sich dann, die alle aus den Reihen der Bruderschaft stammen. So gibt es beispielsweise eine Rokoko-Gruppe, deren Wurzeln bis in die 1920er Jahre zurückreichen. Die Damen tragen prachtvolle Kleidern mit Reifröcken und die Herren Samtanzüge.

Die Mitglieder der Böllergruppe waren in ihren Musketier-Uniformen mit Hut und Feder ebenfalls nicht zu übersehen. Sie sind aber auch nicht zu überhören, denn wie der Name schon sagt, sind die fünf Männer für das Böllern, also eine Art Salutschuss, bei der Bruderschaft zuständig.

Zu vielen Punkten des Schützenfestes lassen es die Herren ordentlich krachen. "Dazu gehört beispielsweise die Eröffnung des Festes. Alle Leute im Dorf können dann hören, dass es endlich wieder losgeht", sagt Michael Ahlemeyer, der die Böllergruppe leitet. Wenn der König- und Jungschützenvogel fällt, wird das per Schuss bekannt gemacht, aber auch nach der Wandlung beim Festgottesdienst wird ein Knall erzeugt. Auch beim gestrigen Festzug durch die Straßen von Angermund haben die Männer laut geböllert, bei der Parade vor dem Königspaar Erwin und Gabi Hares, dem Kronprinz Marius Poerzgen und den vielen Ehrengästen einen Schuss abgegeben. Aber auch unterwegs wird immer wieder losgelegt. "Damit sich die Pferde und Kinder aber im Zug nicht erschrecken, wird vorher genau abgesprochen, an welcher Stelle wir problemlos mitmarschieren können und an welchen Orten wir schießen dürfen", sagt Ahlemeyer. Abstand muss etwa auch zu den Musikern eingehalten werden. "Die von uns erzeugte Druckwelle ist besonders für Bläser störend."

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Gestern durfte sich die Mannschaft zwischen der Stadttorwache und den Pinguinen einreihen. Wenn die Männer ihre Arme hoch über den Kopf strecken, um ihre Pistolen abzufeuern, schrecken aber dennoch einige der Zuschauer beim großen Rums zusammen. "Deshalb haben wir auch höchstens sieben Mitglieder in unseren Reihen, denn sonst wird das einfach zu laut."

Bislang wird das Böllern in Angermund nur von Männern ausgeübt. "Frauen wären uns aber willkommen", sagt der Gruppenleiter. Wer mitmachen will, muss allerdings einen zweitägigen Kurs absolvieren, ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen und einen Sprengstofferlaubnisschein erwerben. Denn nur dann darf das für die Böllerei benötigte Schwarzpulver gekauft werden. Jeweils acht Gramm davon werden pro Schuss in die großen Pistolen gefüllt und später mit einem Zündplättchen entzündet. "Unsere Mitglieder sind inzwischen sehr erfahren mit dem Umgang. Bevor das Schützenfest startet, gibt es trotzdem immer noch eine Sicherheitseinweisung, bei der ganz deutlich mögliche Gefahrenpunkte benannt werden."

In Nordrhein Westfalen gibt es höchstens 20 Böllerschützen. "Die Tradition kommt ursprünglich aus Bayern und dort sind mehr als 10.000 Schützen registriert. Wenn wir dort zu Besuch sind, kommen wir uns vor wie im Schlaraffenland."

(brab)