Düsseldorf: Mit Hilfe der Päpste wuchs Düsseldorf

Düsseldorf : Mit Hilfe der Päpste wuchs Düsseldorf

Die Anweisungen aus Rom für die Gründung eines Stiftes an St. Lambertus sind Grundlage für die Entwicklung zu einer bedeutenden Stadt.

Die Düsseldorfer freuen sich, wenn sie vom Vatikan wahrgenommen werden. Das Konklave in Rom ließ in Düsseldorf Erinnerungen wach werden an die Wahl von Josef Kardinal Ratzinger zum Papst. Damals verspürten die Düsseldorfer Nähe zum neuen Papst. Einige erinnerten sich noch an ein Mittwochgespräch mit ihm, die Akademie der Wissenschaften, deren korrespondierendes Mitglied Ratzinger war, hatte mit der Wahl einen Papst in ihren Reihen.

Und der Weltjugendtag in Köln, der von Düsseldorf aus unterstützt wurde, ließ Hoffnung auf einen direkten Besuch des Papstes in der Stadt aufkommen. Aber mehr als ein Empfang der Stadtspitze und des Stadtdechanten in Köln ließ der enge Terminplan nicht zu.

Ähnlich wie beim Besuch von Benedikts Vorgänger Johannes Paul II., der bei seinem NRW-Besuch im Jahr 1987 zwar seinen Fuß auf Düsseldorfer Boden setzte, aber nur auf dem Flughafen zum Umsteigen nach München, der nächsten Station. Im Konzert der Städte und Länder ist die Landeshauptstadt eben eine Stimme unter vielen.

Anders als vor Jahrhunderten, da hatten die Regenten in Düsseldorf enge Beziehungen nach Rom. So unterstützte Papst Nikolaus IV. den Stadtgründer Graf Adolf von Berg und wies den Abt des Benediktinerklosters Siegburg an, an der Kirche zu Düsseldorf ein Kollegiatstift einzurichten, die entsprechende Urkunde liegt im Pfarrarchiv von St. Lambertus, berichtet der Historiker Ulrich Brzosa.

Erst durch ein Stift habe die Düsseldorfer Pfarre eine herausgehobene Bedeutung, die Stadt ein größeres Gewicht bekommen, so Brzosa. Wenig später, 1306 habe Papst Clemens der V. eine Vergrößerung des Stiftes bestätigt ebenso Papst Bonifatius 1393 eine nochmalige Vergrößerung durch Herzog Wilhelm. Dies war auch eine Voraussetzung, Düsseldorf zum Wallfahrtsort zu machen.

Besonders förderte Papst Alexander VII. Düsseldorf. "Er gewährte den Mitgliedern der Rosenkranzbruderschaft als Privileg besondere Ablässe zu verschiedenen Anlässen", erklärt Brzosa. Die Rosenkranzbruderschaften waren Laienvereinigungen, die besonders das Gebet pflegten. Die Bestätigung und die Übergabe der Urkunde sind auf einem Triptychon in der Lambertus-Basilika dargestellt. 1664 bestätigte Papst Alexander zudem die neue Düsseldorfer Erzbruderschaft vom Allerheiligsten Sakrament. Übrigens hat Papst Alexander 1644 Düsseldorf besucht. Zu diesem Zeitpunkt war er allerdings noch nicht das Oberhaupt der Kirche, sondern als päpstlicher Botschafter auf der Reise nach Münster zu Verhandlungen zum Westfälischen Frieden.

Solche engen Kontakte gab es später zwischen Düsseldorf und dem Vatikan nicht. Die Katholiken unterstützten jedoch in schwierigen politischen Situationen ausdrücklich den Papst, so Brzosa. So baten 1859 beispielsweise die Düsseldorfer in einer Petition an den Prinzregenten, dem bedrängten Papst beim Streit um den Kirchenstaat beizustehen. Andererseits wünschten sie sich auch, vom Papst wahrgenommen zu werden. So war die Freude bei der Schützenbruderschaft Eller groß, dass Papst Pius XII. im Jahr 1953 mit einer Urkunde den apostolischen Segen für eine neue Vereinsfahne gab.

Theologisch wichtiger ist aber die Anerkennung der Düsseldorfer Missionale, eine zehntägige öffentliche Gebets- und Verkündigungsaktion im Jahr 2009, durch Papst Benedikt XVI. Er hielt offensichtlich die Aktion für vorbildlich und bat die Düsseldorfer, das Konzept dem päpstlichen Rat zur Evangelisierung einzureichen. Das gibt ein Gefühl der Nähe.

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