Verkehr: Mit Flüsterasphalt gegen Lärm

Verkehr : Mit Flüsterasphalt gegen Lärm

Auf immer mehr Straßen im Stadtgebiet ist lärmoptimierter Asphalt verbaut. Seit 2007 wurden in der Landeshauptstadt 264 000 Quadratmeter des Belags aufgetragen. Auch in Köln liegt der Düsseldorfer Asphalt.

250 Meter auf der Mecumstraße waren der Anfang. Auf dieser Länge verlegte die Stadt 2007 in Bilk für Testzwecke zum ersten Mal lärmoptimierten Asphalt, besser bekannt als Flüsterasphalt. Die Ergebnisse aus dem Test überzeugten damals die Straßenbauer. Innerhalb von vier Jahren kamen etliche Kilometer hinzu.

Stadtweit wurde auf mehr als 40 Straßen der spezielle Belag verbaut. 264 000 Quadratmeter Flüsterasphalt wurden bislang auf die Verkehrswege der Landeshauptstadt aufgetragen. Lärm um 50 Prozent reduziert Die Liste wurde in diesem Jahr erheblich erweitert. So wurde die Angermunder Straße, die Werdener Straße in Oberbilk sowie die Bertastraße in Gerresheim mit Flüsterasphalt erneuert.

Mit der neuen Entlastungsstraße in Pempelfort kam zudem eine komplett neue Straße hinzu. Für einen Bauschub sorgten zuletzt Gelder aus den Konjunkturpaketen der Bundesregierung. Für das kommende Jahr sind laut Auskunft von Andrea Blome, Leiterin des Amts für Verkehrsmanagement, keine größeren Projekte mit Flüsterasphalt geplant.

Gegenüber herkömmlichem Asphalt ist die Geräuschentwicklung auf Straßen mit lärmoptimiertem Asphalt um drei bis vier Dezibel geringer. Das entspricht einer Senkung um 50 Prozent. Die Abrollgeräusche der Reifen werden durch die Kombination einer feinen Körnung mit einer konkaven Oberfläche gemindert.

Für Tempo-30-Zonen macht der Belag jedoch keinen Sinn, da in diesem Fall die Motorengeräusche überwiegen. Dass der Flüsterasphalt eine Düsseldorfer Erfindung ist, verrät sein voller Name: "LOA 5 Düsseldorf". Die Stadt hatte die Entwicklung des neuen Straßenbelags bei Ingenieur Martin Radenberg von der Ruhr-Uni Bochum in Auftrag gegeben.

Nach dem erfolgreichen Test in der Landeshauptstadt verbauten auch andere Kommunen bereits den Flüsterasphalt. So fahren mittlerweile auch Kölner an einigen Stellen der Domstadt über den Asphalt aus Düsseldorf. Regelmäßig gehen beim Amt für Verkehrsmanagement Anfragen ein.

Für Vorträge reisten die Experten des Amts bereits quer durch die Republik, unter anderem nach Dresden, Hamburg, Karlsruhe, München. "Es gibt viel Informationsbedarf bei anderen Kommunen", sagt Blome.

Bei Straßenerneuerungen soll künftig stets Flüsterasphalt aufgetragen werden. Die Mehrkosten pro Quadratmeter sind vergleichsweise gering. Sie liegen zwischen ein und zwei Euro.

(RP)
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