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Mit den Toten Hosen gefeiert, mit Fortuna Düsseldorf geweint

Menschen des Jahres 2013 in Düssseldorf : Mit den Hosen gefeiert, mit Fortuna geweint

Fortunas Stadion-DJ "Opa" Haefs spielte den Soundtrack zum Abstieg – und rockte mit seiner Punkband im Dome.

Fortunas Stadion-DJ "Opa" Haefs spielte den Soundtrack zum Abstieg — und rockte mit seiner Punkband im Dome.

Das Ende war versöhnlich. Mit dem fröhlichen Song "O Düsseldorf" schickte Fortunas Stadion-DJ Markus "Opa" Haefs die Spieler und die Fans in die Winterpause. Das rheinische Derby gegen den 1. FC Köln war mit 2:3 verloren gegangen, trotzdem fand Haefs den Auftritt der Düsseldorfer nicht schlecht. "Der Kampf war in Ordnung."

Das Derby war der letzte Höhepunkt eines ereignisreichen Jahres für Haefs. An den Plattenspielern am Spielfeldrand erlebte der 44-Jährige, der sich als offizieller "Musikbeauftragter" des Vereins um die Musik in der Arena kümmert, die Krisen der Fußballer in Liga eins und später auch in Liga zwei hautnah mit. Und mit seiner Punkband "Cashbar Club" stand er mit den Toten Hosen im ISS Dome beim Benefizabend für die DEG auf der Bühne — sein bislang größter Auftritt.

Für Haefs war es in diesem Jahr nicht immer einfach, die richtigen Töne in der Arena zu finden, denn mit seinen Songs kommentiert er gern das Geschehen auf dem Platz — und das war über weite Strecken ernüchternd. Am Jahresanfang, als die Fortuna in der 1. Bundesliga immer mehr an Boden verlor, spielte er noch "Steh auf, wenn du am Boden bist" von den Toten Hosen, um den Spielern Mut zu machen. Aber: "Irgendwann half das nicht mehr", sagt Haefs.

Am Ende versuchte er Fans und Mannschaft dabei zu helfen, die sportliche Talfahrt wenigstens mit Humor zu nehmen, zum Beispiel mit Monty Python: "Always Look on the Bright Side of Life" war dann auf einmal in der Arena zu hören. Auch nach dem Abstieg hatte der Stadion-DJ wenig Gründe, um Siegeshymnen zu spielen. Selbst nach dem dramatischen Sieg gegen Fürth verzichtete er auf "Tage wie Diese", obwohl viele Fans den Song gern gehört hätten. "Der Sieg war mehr ein Durchatmen, nichts Berauschendes", sagt Haefs. Dass der Wunschtrainer Mike Büskens keinen Erfolg hatte, findet Haefs sehr schade. "Er war einer von uns", sagt er. "Es war, als würde man einem Bekannten beim Scheitern zuschauen."

Erfreulicher als das Fortuna-Jahr war für Haefs die Entwicklung der eigenen Musik-Karriere. Mit seinen Punk-Bands, derzeit "Cashbar Club", gehört er zur Düsseldorfer Szene — und hatte im September die Gelegenheit für einen ganz besonderen Auftritt, der wiederum mit Sport zu tun hatte. Die Toten Hosen luden die Band ein, am Benefizabend für die DEG im ISS Dome teilzunehmen. Mit dem Konzert wurde Geld für die klammen Eishockey-Erstligisten gesammelt. "Wir waren höllisch nervös", sagt Haefs. Mit Unterstützung von Musikern der Coverband Porno al Forno hatte der "Cashbar Club" dann 38 Minuten Spaß auf der Bühne — und sang als musikalischen Gruß der Fortuna-Fans an die DEG-Anhänger auch die Einlaufhymne "95 olé", die aus der Feder von Haefs stammt. "Wir haben einen super Abend gehabt."

Für das nächste Jahr plant Haefs mit seiner Band, endlich ein Debütalbum zu veröffentlichen. Außerdem wollen die Musiker auf eine größere Tour gehen. Und für die Fortuna? Für diese Saison wünscht sich Haefs den sicheren Platz zehn und für die kommende Saison eine neue Euphorie — damit er im Stadion auch mal wieder "Tage wie Diese" spielen kann.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das Halbjahres-Zeugnis der Fortunen

(RP)