Düsseldorf: Mit dem Schlagstock schwer verletzt

Düsseldorf: Mit dem Schlagstock schwer verletzt

Am Bahnhof Eller schlug ein 20-jähriger Mann zu, der jetzt vor Gericht steht.

Rund fünf Monate nach einer brutalen Prügel-Attacke am Bahnhof Eller-Mitte hat beim Landgericht gestern der Prozess gegen einen 20-Jährigen begonnen.

Die Anklage geht von versuchtem Totschlag aus. So soll er aus nichtigem Anlass mit einem 31-jährigen Fahrgast auf dem Bahnsteig damals gegen Mitternacht ein Wortgefecht angefangen, soll den Kontrahenten dann niedergeboxt und auf das Opfer am Boden noch eingetreten, es außerdem mit einem Schlagstock durch Hiebe auf den Hinterkopf schwer verletzt haben. Der Mann erlitt einen Schädelbruch und Hirnblutungen. Zu Prozessbeginn hat der 20-Jährige aber bestritten, mit der Attacke etwas zu tun zu haben. Das Leben des Angeklagten soll bis zur Tatnacht eher trist verlaufen sein. Wie er angab, habe er 2013 "keinen Bock mehr auf Schule" gehabt, sei dann "mit Jungs am Chillen" gewesen oder habe Fußball gespielt.

Wovon er gelebt hat, wollten die Richter wissen. "Vom Amt", kam als Antwort, also von Sozialunterstützung. An jenem Oktoberabend 2017 mit anderen "Jungs" an jenem Bahnsteig der Station Eller-Mitte gewesen zu sein, gab der Angeklagte zu. Aber erst zusammengeschlagen, dann noch getreten und zuletzt fast tödlich verletzt habe er dort niemanden.

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In ersten Aussagen kurz nach der Festnahme soll er sogar geleugnet haben, überhaupt am Tatort gewesen zu sein. Sicher sind die Ermittler aber inzwischen auch darin, dass diese Brutal-Attacke gegen den 31-Jährigen nicht im Zusammenhang mit einem anderen Angriff an der Bahnstation Eller-Süd steht. Damals waren innerhalb weniger Minuten an diesen beiden Eller Bahnhöfen jeweils wartende Reisende von jungen Männern attackiert und verletzt worden.

Die Anklage konzentriert sich nun auf den 20-Jährigen und den Angriff auf den 31-Jährigen. Der hatte sich damals gegen die Attacke am Bahnsteig mit einem Schlagstock wehren wollen, den er bei sich trug. Letztlich war es aber genau diese Waffe, durch die er selbst fast tödlich verletzt wurde. Für den Prozess hat das Landgericht noch vier weitere Verhandlungstage bis Mitte April eingeplant.

(RP)