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58-Jähriger gesteht vor dem Landgericht: Mit Armbrust auf Frau gezielt

58-Jähriger gesteht vor dem Landgericht : Mit Armbrust auf Frau gezielt

Er bestreitet nichts, sucht keine Ausreden. Laut Anklage vor dem Schwurgericht hat dieser 58-jährige Vorarbeiter eines Stahlwerks an einem Morgen im Juni 2007 versucht, seine Frau nach 17 Ehejahren mit einer Armbrust zu töten. "Ja”, nickte der Familienvater am Freitag zu Prozessbeginn wegen versuchten Totschlags. "Das kann man so sagen.”

Er hat die Trennung nicht ertragen. Und dass die Mutter von sechs Kindern sich wegen eines neuen Partners "als Frau von 48 Jahren wie eine 14- oder 15-Jährige” aufgeführt habe, "hat mich menschlich enorm enttäuscht”. Denn eigentlich habe er ja sich selbst töten wollen, nicht die Frau.

"Seele im Leib verbrannt”

Doch als er Ende Juni merkte, dass Eifersucht in ihm nagte "und Unverständnis, das wuchs wie ein Krebsgeschwür”, habe er den Selbstmord-Entschluss verändert. Sein neuer Plan: "Die töte ich jetzt und dann mich selbst.” Immerhin habe er nach der Trennung eine "furchtbare Zeit” durchlitten, habe in vier Wochen 14 Kilo abgenommen. "Wissen Sie”, sagte der Mann gestern zu den Richtern, "ich hab‘ in der ganzen Zeit meiner Ehe nur gemacht, was meine Frau gesagt hat.”

Sogar, als sie Ende 2005 auf seinem Auszug bestand, sei er eben ausgezogen. Als "weiterhin gut”, beschreibt er sein damaliges Verhältnis zu Frau und Kindern. Bis die Frau zu Ostern 2007 vom neuen Freund erzählte. "Das war ein Tiefschlag. Mir ist die Seele bei lebendigem Leib verbrannt”, formuliert der Mann, der als Arbeiter im Schichtdienst sein Geld verdient hat.

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Über Internet hatte er sich zunächst nach Pistolen für den geplanten Selbstmord informiert, war "zufällig” auf Angebote für eine Armbrust gestoßen. Weil ihm 600 Euro für eine Armbrust aber zu teuer waren, hat er sich eine kleine Hand-Armbrust samt Pfeilen für 50 Euro bestellt.

Am Tatmorgen ist er dann samt geladener Waffe die Putzstellen abgefahren, an denen seine Frau arbeitete. In einem Treppenhaus in Unterrath wurde er fündig. Doch als er mit der Armbrust auf seine Frau anlegte, konnte sie die Waffe wegdrücken und festhalten. Und als der Pfeil sich löste, konnte sie ihren Mann daran hindern nachzuladen. Der floh vom Tatort, verkroch sich in seiner Wohnung, wollte sich mit einem Messer das Leben nehmen, wurde dann aber verhaftet. Der Prozess wird Ende November mit der Anhörung des Opfers fortgesetzt.