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Düsseldorfer Kandidaten für Bundestagswahl: Misstöne vor Duell der CDU-Frauen

Düsseldorfer Kandidaten für Bundestagswahl : Misstöne vor Duell der CDU-Frauen

Am Mittwoch trifft die CDU-Basis im Wahlkreis 107 die Vorentscheidung für die Bundestagskandidatur: Sylvia Pantel und Kerstin Terhardt treten an. Für Streit sorgt die Nicht-Positionierung der CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT). Offenbar gab?s im Vorstand keine Mehrheit für das MIT-Mitglied Terhardt.

Wenn im September 2013 der neue Bundestag gewählt wird, ist Beatrix Philipp (CDU) nicht wieder dabei. Die 67-Jährige, die seit 1994 Mitglied des Bundestags ist, tritt nicht mehr an. Das zumindest ist sicher. Ansonsten ist der Kampf um die Nachfolge-Kandidatur im frei gewordenen Wahlkreis 107 im Süden Düsseldorfs völlig offen. Zwei Frauen haben Interesse angemeldet: Sylvia Pantel (51), Ratsfrau, Chefin der Frauen Union und fünffache Mutter. Und Kerstin Terhardt (34), Direktorin beim Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Sie wird massiv von Beatrix Philipp unterstützt. Zur Wahl stehen zwei Frauen mit zwei Rollenbildern.

Sylvia Pantel (51), Ratsfrau und Chefin der Düsseldorfer Frauen Union (FU), ist die Favoritin der FU und der CDA für den Bundestags-Wahlkreis 107. Foto: Bretz, Andreas

Am Dienstagabend stellen sich beide in der Handwerkskammer der CDU-Basis im Wahlkreis vor - die Mitglieder stimmen anschließend ab. Es ist eine Vorentscheidung, denn das letzte Wort haben die Delegierten auf dem Kreisparteitag am 9. November. Doch bereits im Vorfeld schlagen die Wogen hoch, es wird gerechnet, spekuliert, gelästert, mal mit mehr, mal mit weniger feinen Mitteln gekämpft. Pantel weiß Frauen Union, Senioren Union und die CDA, den linken Flügel der CDU, dem sie angehört, sicher hinter sich. Ebenso den Stadtbezirk 6 (Rath, Unterrath, Lichtenbroich, Mörsenbroich), zu dem ihr Kommunalwahlkreis gehört und verschiedene Ortsverbände im Süden.

Terhardt ist offizielle Kandidatin der Jungen Union, der sie gerade noch angehört (35 Jahre sind die Grenze), hat Ortsverbände wie etwa den Werstener hinter sich. Doch die Mittelstandsvereinigung (MIT), der CDU-Wirtschaftsflügel, dem sie als Mitglied angehört, hat kein Votum für sie abgegeben. Im Gegenteil: Bei einer Vorstandssitzung vor einer Woche sollen sich mehreren Teilnehmern zufolge acht Stimmberechtigte für Pantel und nur fünf für Terhardt ausgesprochen haben. Trotz eines Beschlusses für ein Kandidatinnen-Votum der MIT sollte angesichts dieses Ergebnisses nichts nach außen dringen. "Wir haben Stillschweigen vereinbart", bestätigt Friedrich G. Conzen, Vorsitzender der MIT und der CDU-Ratsfraktion, auf Anfrage der RP. Dieses Vorgehen hat jetzt zum offenen Streit zwischen Conzen und Pantel geführt. "Es ist sicher nicht mein Wunschergebnis", sagt Conzen und verweist auf einen Brief, den Pantel ihm anschließend geschrieben und in dem sie ihm eine Frist gesetzt habe, sich zu erklären. "Mein Anwalt sagt, das sei als Nötigung anzusehen", sagt Conzen.

Pantel weist das von sich. Da sie bei den Vorfällen nicht selbst dabei gewesen sei, habe sie Conzen nur die Gelegenheit geben wollen, den Sachverhalt zu klären. "Jede Person, die für Ehrlichkeit, Anstand und vor allem Fairness ist, wird über dieses Verhalten empört sein", schreibt sie in dem Brief. "Wenn die Schilderungen stimmen, würde ich das einer Wahlmanipulation gleichstellen", schreibt sie weiter und setzt Conzen eine Frist, das richtigzustellen. Die Frist ist gestern ohne Reaktion verstrichen.

Weniger spannend dürfte es am Freitagabend im Wahlkreis 106 werden: Dort gilt der Mandatsträger Thomas Jarzombek als gesetzt.