Düsseldorf: Millionen für Schulen werden sichtbar

Düsseldorf: Millionen für Schulen werden sichtbar

Gestern wurde am Albrecht-Dürer-Kolleg Richtfest gefeiert. Insgesamt ist für 24 Projekte in diesem und dem nächsten Jahr der Baubeginn geplant.

Es ist das wohl langwierigste Schulbau-Projekt der Stadt, das gestern an der Benrather Paulsmühle nach zwei Jahrzehnten Vorlauf endlich Richtfest feiern konnte. Ein Leuchtturm, der schon aufgrund seiner enormen Kosten aus den zwei Dutzend Schulprojekten herausragt, deren Baubeginn die Stadt für dieses und nächstes Jahr angekündigt hat. Mit 4700 Lernenden ist es das größte handwerklich orientierte Berufskolleg Düsseldorfs. Umgesetzt wird es von den Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz AG (IDR).

Der 70 Millionen-Euro-Neubau, den Oberbürgermeister Thomas Geisel gestern "ein weiteres wichtiges Signal für den Bildungsstandort Düsseldorf" nannte, ist der größte Einzelposten bei den Investitionen. Auf 600 Millionen Euro schätzt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche die Investitionen in den Schulbau bis 2022/23. Rechne man das im Haushalt für laufende Sanierungen bereitgestellte Geld aus dem Masterplan Schulen (jährlich etwa 30 Millionen Euro) noch hinzu, investiere die Landeshauptstadt sogar 750 Millionen Euro.

Gertrieben wird die Entwicklung vom immer wieder nach oben korrigierten Einwohnerzuwachs. Unserer Redaktion nannte Hintzsche gestern erstmals Schülerprognosen für den Zeitraum bis 2022/23. Danach soll die Zahl der Grundschüler von aktuell 20.500 auf dann 22.200 steigen. Für die weiterführenden Schulen fällt der Anstieg in der Sekundarstufe I (bis Klasse 9/10) noch deutlicher aus: Die Zahl klettert um 4300 auf etwa 28.000. Unmittelbar nach der Sommerpause will die Stadt das nächste Paket mit schulorganisatorischen Maßnahmen (SOM V) der Politik vorlegen. "Es bewegt sich im unteren zweistelligen Millionenbereich und wird rund ein Dutzend Maßnahmen beinhalten. Profitieren werden alle Schulformen", sagt Hintzsche. Dass auch dieses Paket nicht reichen wird, um den tatsächlichen Bedarf an Unterrichtsräumen zu decken, steht bereits heute fest. "Besonders eng wird es in den Stadtbezirken 1 und 3, also in der City und dem südlich daran anschließenden urbanen Gürtel", sagt Schulbau-Projektleiter Florian Dirszus. Schwerpunkt im neuen Paket werden Erweiterungsbauten sein. "Mindestens eine Grundschule im Stadtbezirk 3 soll aber auch neu gebaut werden", sagt Dirszus.

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Gute Nachrichten für die Politik gab es bei der Aufsichtsratssitzung der Schulbaufirma Immobilien Projekt Management GmbH (IPM) in dieser Woche. "Die Ampeln für den Zeitplan bei den dort gemanagten Baumaßnahmen standen bis auf eine Ausnahme alle auf Grün oder Gelb", sagt ein Teilnehmer. Insgesamt hat die Stadt bei 24 Projekten den Baubeginn für 2017 beziehungsweise 2018 angekündigt. Zu den größeren Projekten zählen die Stettiner Straße (neue Gesamtschule, Kosten: 24,8 Millionen Euro) sowie das Max-Planck-Gymnasium (Erweiterungsbau, Kosten: 14 Millionen Euro).

Dass die Ampel-Kooperation beim Thema Schulbau aufs Gaspedal tritt, bestreitet auch Pavle Madzirov, schulpolitischer Sprecher der CDU, nicht. Seine Fraktion übt allerdings massive Kritik am Finanzierungskonzept der Ratsmehrheit. Das lässt offen, ob die Projekte nach Fertigstellung gekauft oder weiter gemietet werden. "Und das nur, weil die FDP partout keine neuen Schulden machen will", sagt Madzirov. Genau das sei aber "die ehrlichere und angemessenere Lösung". Auf ungewisse Erlöse aus dem Verkauf des Kanalnetzes oder von Flughafenanteilen zu hoffen, sei dagegen "keine solide Haushaltspolitik".

(RP)