Makler-Studie: Mietwohnungen werden knapper

Makler-Studie: Mietwohnungen werden knapper

Weil Düsseldorf stärker als andere Metropolen wächst, wird es immer schwerer, in der Landeshauptstadt eine preiswerte Wohnung zu finden. Auch die Politik, mehr neue Büros als Wohnungen zu bauen, verstärkt diesen Trend. Eine Studie zeigt, dass er sich verschärft.

Die Risiken bei der Vermietung von Büroimmobilien drängen die Anleger offenbar wieder verstärkt in Investments mit Wohnimmobilien in der Stadt. Immerhin steht in Düsseldorf jedes achte Büro leer. Verschiedene Faktoren lassen dagegen Wohnraum immer knapper werden. Zurzeit gibt es in Düsseldorf 317.000 vermietbare Wohnungen. Demgegenüber stehen schon heute mehr als 327.000 Haushalte. "Die Differenz in Höhe von 10.000 Wohneinheiten ist eine fühlbare Angebotslücke auf dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt", teilt der Immobilienmakler Aengevelt mit.

Wegen der geringen Neubautätigkeiten der vergangenen Jahrzehnte sind einer Studie des Maklers zufolge älter als 30 Jahre. Eine teure Renovierungsphase der älteren Immobilien stehe kurz bevor. Doch lange Bauphasen können den Wohnraum weiter verknappen.

Besonders kritisch ist die Lage für Mieter. Der Anteil an selbst genutztem Wohneigentum liegt in Düsseldorf bei nur 17 Prozent. Und eine Entspannung der Marktlage ist noch lange nicht in Sicht. Der Studie zufolge steht der Angebotslücke an Wohnungen nur ein Neubau von jährlich 634 Wohnungen im laufenden Jahr entgegen. Gesicherte Prognosen gehen aber davon aus, dass mindestens 1200 zusätzliche Wohnungen pro Jahr erstellt werden müssen, nur um den derzeitigen Nachfrageüberhang abzubauen. "Die bis September vergangenen Jahres erteilten 978 Baugenehmigungen zeigen, dass der Markt weiterhin der Nachfrage kräftig hinterherhinkt."

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Vor allem die Düsseldorfer SPD fordert deshalb vehement, ungenutzte Büroimmobilien in Wohnraum umzubauen, um die Lücke zu schließen. Die Aengevelt-Studie sieht das mit Vorsicht. Die zunehmende Prüfung, länger leerstehende Büroimmobilien in Wohnflächen umzuwandeln, könne kaum Abhilfe schaffen. Nur ein geringer Teil der Objekte sei hierfür technisch geeignet. In vielen Fällen sei es zu dem nicht wirtschaftlich, da ein Umbau mit hohem technischen Aufwand verbunden wäre.

Verstärkt wird der Wohnungsmangel durch den steten Zuzug in die Rheinmetropole. 2009 etwa zogen 36.394 Menschen, besonders aus dem Umland, nach Düsseldorf. Nur 35.568 Menschen verließen die Landeshauptstadt. Das heißt, dass in nur einem Jahr 826 Einwohner mehr in der Stadt wohnten.

Hinzu kommt ein verändertes Verhalten in der Wohnkultur. Die Zahl der Single-Haushalte steigt seit Jahren, weshalb der Bedarf an Wohnungen zusätzlich steigt. Obendrein wollen viele Mieter in größeren Wohnungen leben als noch vor etwa 20 Jahren.

(RP)
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