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Wohnen in Düsseldorf: „Mieter lassen sich zu viel gefallen“

Wohnen in Düsseldorf : „Mieter lassen sich zu viel gefallen“

Laut Mieterverein nutzen zu wenige die Möglichkeiten der Mietpreisbremse. Die meisten Beratungen für Ratsuchende drehen sich um das Thema Heiz- und Nebenkosten.

Der Mieterverein Düsseldorf wünscht sich, dass viel mehr Mieterinnen und Mieter die Instrumente nutzen, die ihnen zur Verfügung stehen – beispielsweise bei Mieterhöhungen. „Viel zu wenige ziehen die Mietpreisbremse“, sagt der Vereinsvorsitzende Hans-Jochem Witzke. Bei einer Neuvermietung darf die Miete normalerweise nicht mehr als zehn Prozent über dem Mietspiegel liegen – von Ausnahmen abgesehen. Bei bestehenden Mietverhältnissen darf die Miete in drei Jahren nicht um mehr als 15 Prozent steigen. Und auch das nur, solange der Mietspiegel nicht überschritten wird. „Viel zu viele lassen sich viel zu viel gefallen“, sagt Witzke.

Der Verein hat mehr als 33.000 Mitglieder und verzeichnete in den vergangenen zwei Jahren rund 25.000 persönliche Beratungen sowie 20.000 Telefon-Beratungen und schriftliche Auskünfte. Die meisten nutzen die Expertise der Mietexperten, wenn es um die Betriebskostenabrechnung geht. Immerhin jede zweite Abrechnung sei fehlerhaft, berichtete der Mieterverein. Das machte im vergangenen Jahr fast 34 Prozent der Rechtsberatungen aus. Danach folgen Wohnungsmängel mit mehr als 25 Prozent und Streitigkeiten über Mieterhöhungen (10,7 Prozent). Hierunter fallen sowohl Erhöhungen aufgrund des Mietspiegels als auch Modernisierungsmieterhöhungen. Gerade diese hätten oftmals immense finanzielle Belastungen zur Folge.

Viele lassen sich aber auch schon vor der Unterzeichnung eines Vertrags beraten. Beispielsweise zu der Frage, ob die geforderte Miethöhe rechtmäßig ist oder ob man eine Staffel- oder Indexmiete vereinbaren sollte.