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"Schwierigkeiten haben mit Grundkonzept nichts zu tun": Metro sieht nach wie vor Chancen für Warenhäuser

"Schwierigkeiten haben mit Grundkonzept nichts zu tun" : Metro sieht nach wie vor Chancen für Warenhäuser

Düsseldorf (dto). Trotz der Karstadt-Krise sieht die Düsseldorfer Metro Zukunftschancen für die Warenhäuser in Deutschland. "Die Schwierigkeiten dort haben mit dem Grundkonzept des Warenhauses nichts zu tun. Ein gut gemachtes Warenhaus wird auch in Zukunft entscheidender Kundenmagnet in den Innenstädten sein. Man muss allerdings darauf achten, dass man sich mit dem Zeitgeist bewegt. Kaufhof zeigt, dass es geht", sagte Metro-Chef Hans-Joachim Körber im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche".

Der Metro-Konzern habe allerdings früher als Karstadt damit begonnen, das Ladennetz zu bereinigen und die Geschäftsprozesse zu überholen. "Niemand kann behaupten, man könne in Deutschland kein Geld verdienen. Wir tun es. Wir sind deshalb auch nicht bereit, in das allgemeine Gejammer über die Einzelhandelswüste Deutschland einzustimmen", sagte Körber. Die Metro mache etwa die Hälfte ihres Umsatzes und die Hälfte ihres Gewinns in Deutschland.

Unterdessen berichtete die "Bild"-Zeitung, KarstadtQuelle wolle bei den anstehenden Tarifverhandlungen auch eine Einschränkung des Personalrabatts durchsetzen, der bisher 10 bis 15 Prozent des Normalpreises betrage.

Bei den Rettungsbemühungen für den angeschlagenen Handelskonzerns KarstadtQuelle drängt die Zeit. Konzernchef Christoph Achenbach und Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement erklärten übereinstimmend, die Gespräche mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften über ein Sanierungspaket müssten bis Mitte des Monats abgeschlossen sein. Die Karstadt-Aktie verlor am Mittwoch bis zum Nachmittag fast neun Prozent, nachdem die US-Investmentgesellschaft Blackstone Berichte relativiert hatte, sie sei an dem Essener Handelsriesen interessiert.

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Nach übereinstimmenden Berichten des "Handelsblattes" und der "Financial Times Deutschland" (Mittwochsausgaben) gibt es jedoch eine ganze Reihe von Interessenten für die Karstadt-Immobilien.

Die Einigung mit der Belegschaft sei die Voraussetzung für die dringend notwendige Kapitalerhöhung von 500 Millionen Euro und die Verhandlungen mit den Banken, sagte Achenbach am Dienstagabend in Düsseldorf. Bisher war von einem Zeitraum von bis zu vier Wochen für die Suche nach einem Kompromiss zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgegangen worden.

Die Verhandlungspositionen beider Seiten sind noch weit voneinander entfernt. Das Unternehmen verlangt Verhandlungen über Urlaub, Mehrarbeit und Gehaltsverzicht. Die Gewerkschaft ver.di und der Gesamtbetriebsrat der Warenhaus AG lehnten dagegen eine Verlängerung der Arbeitszeit und dauerhafte Tarifeinschnitte ab.

Konzernsprecher Jörg Howe dämpfte am Dienstagabend Hoffnungen in der Belegschaft, die Sanierungspläne des Handelsriesens spürbar abmildern zu können. Eine "softe Sanierung" werde es nicht geben, sagt er im Sender Phoenix. "Wir haben nur einen Schuss, um das Sanierungskonzept umzusetzen, und wir müssen es schnell umsetzten", sagte Howe. Er sei "fest davon überzeugt, dass wir es schaffen, das Unternehmen zu drehen, dass wir in zwei Jahren schwarze Zahlen schreiben."

(ap)