Metro-Marathon 2019: Düsseldorf feiert eine Marathon-Party

Nachlese zum 17. Metro-Marathon : „Das war das Härteste, was ich je in meinem Leben gemacht habe“

Tausende Zuschauer jubelten am Sonntag für die insgesamt 20.000 Starter, auch das Wetter spielte mit. Allein 4000 Läufer traten für die erstmals zum Programm gehörende Halbmarathon-Distanz an. Auch Bürgermeister Thomas Geisel kam ins Ziel.

Die paar Regentropfen am Mittag hat kaum einer bemerkt, ansonsten hielt das Wetter: Bei guten Bedingungen ist am Sonntag der Metro-Marathon über die Bühne gegangen. Mehr als 20.000 Läufer waren gemeldet, darunter 4000 für die erstmals zum Programm gehörende Halbmarathon-Distanz, 4000 für den kompletten Marathon und 12.000 für die besonders beliebten Staffel-Wettbewerbe.

Ein Rettungseinsatz überschattete den Tag: Ein 32-jähriger Läufer musste am Vormittag von Rettungskräften an der Strecke auf Höhe der Carlstadt reanimiert werden. Wie die Feuerwehr berichtete, wurde er sofort ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei teilte am späten Abend mit, dass der Sportler verstorben sei. Einzelheiten seien noch nicht bekannt.

Darüber hinaus gab es aus polizeilicher Sicht keine größeren Vorkommnisse, am Morgen hatten aber einige Autos aus dem Streckenbereich abgeschleppt werden müssen. Rund 15.000 Zuschauer feuerten die Läufer nach Polizeischätzungen allein am Zielbereich an – über die Zahl an der sonstigen Strecke gibt es keine Angaben. Die Stimmung war gut, viele Zuschauer hatten Transparente mitgebracht, auch mehr als 50 Bands säumten die Strecke. Kathrin Müllerbier war sogar aus Frechen gekommen, um hier eine Düsseldorfer Freundin zu unterstützen. „Es ist angenehm, die Zaungäste feuern die Läufer gut an“, fand sie.

Von den Teilnehmern gab es Lob für die Atmosphäre, allerdings herbe Kritik an der Organisation der Kleiderbeutel-Ausgabe nach dem Halbmarathon. „Ich musste eine geschlagene Stunde warten, bis ich meinen Beutel bekam“, kritisierte etwa eine Läuferin auf der Facebookseite des Laufs: „Alle haben gefroren, und viele haben sich sicher beim langen Warten erkältet.“ Die Organisatoren gestanden die Probleme ein: „Das geht auf uns und da gibt’s auch nichts schön zu reden“, schrieben sie. Man werde das zum kommenden Jahr verbessern.

Für einige ging es beim Marathon auch um den guten Zweck. Etwa für Markus Pein, Simon Ogawa und Lars Feisel: Die drei Brandbekämpfer der Flughafen-Feuerwehr liefen in voller Berufskleidung, das sind 18 Kilo Zusatzgewicht. „Das war das Härteste, was ich je in meinem Leben gemacht habe“, sagt Feisel. Pein hätte beinahe die Erste-Hilfe-Ausbildung seiner Kollegen in Anspruch nehmen müssen: „Ich war am Ende, aber die Jungs haben mich gepuscht.“ Das ist dem Airport 3000 Euro zu Gunsten des Vereins für brandverletzte Kinder „Paulinchen“ wert. Der offizielle Charity-Partner SOS-Kinderdörfer machte zum 30-jährigen Bestehen der UN-Kinderrechtskonvention auf das Thema Kinderrechte aufmerksam.

Strahlende Gesichter gab es bei den beiden Kids-Läufen in verschiedenen Altersklassen, hier die „Minis“. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Kurz nach dem Start war das Marathon-Feld noch dicht zusammen. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)
An zahlreichen Verpflegungsstationen wurde den Läufern Wasser gereicht, es gab aber auch Energiegel. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)
Laufen in auffälligen Kostümen: Betty und Joe. Foto: Nicole Lange

Beinahe hätte es beim Halbmarathon übrigens für einen Düsseldorfer Sieg gereicht. Der Benrather Thorsten Graf kam mit 1:13 Stunden auf Platz zwei. „Eigentlich wollte ich bei der deutschen Marathonmeisterschaft mitlaufen, aber die Vorbereitung war holprig, da habe ich mich kurzerhand umgemeldet,“ verrät Graf. Oberbürgermeister Thomas Geisel hatte den Startschuss für das Rennen gegeben und kam dann selbst nach 1:56 Stunden ins Ziel.

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