Metalldiebstahl auf Friedhöfen: Bauwatch schlägt Videoüberwachung für Düsseldorf vor

Metalldiebstähle auf Friedhöfen : Ratinger Firma macht Vorschlag für Video-Überwachung großer Grabstätten

Ein Ratinger Unternehmen schlägt vor, große Grabstätten wie das der Industriellenfamilie Poensgen auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof mit speziellen Kameras zu überwachen. Das soll Kupferdiebe abschrecken. Die Stadt lehnt ab.

Das Problem scheint unlösbar: Immer wieder schlagen Metalldiebe auf Friedhöfen zu. Teils entwenden sie einzelne Grabschalen – teilweise räumen sie richtig ab. Wie Ende März, als Diebe eine dekorative Säule von einem der prunkvollsten Gräber, des Grabs der Industriellenfamilie Poensgen, stahlen.

Eine Lösung, den Friedhof vor weiteren Beutezügen zu schützen, gab es bisher nicht. Nun meldet sich Bernd Raschke von der Ratinger Firma Bauwatch mit einen Vorschlag: „Mit unseren Kameras könnten wir die Grabstätte der Poensgens überwachen. Sie können einen Alarm auslösen, wenn jemand das Grab betritt.“

Bauwatch überwacht in der Regel Baustellen oder leerstehende Gebäude. „Wenn die Kameras eine Bewegung registrieren, wird ein Alarm an unsere Leitstelle weitergetragen“, sagt Raschke. Ein Mitarbeiter kann dann überprüfen, ob die Polizei kontaktiert werden muss. „Wir würden am Grab der Poensgens unauffällige Kameras anbringen, die so aussehen wie Bewegungsmelder“, sagt Raschke. „Diese können eine Fläche von fünf bis zehn Metern überwachen. Wir würden sie so anbringen, dass sie nur die Grabstätte und nicht die Wege in der Umgebung einsehen können.“

Würde beispielsweise eine Katze über das Grab laufen oder ein Friedhofsgärtner seine Arbeit verrichten, würde ein Alarm ausgelöst. „Aber der Mitarbeiter ruft in dem Fall nicht die Polizei. Über den Bildschirm kann er die Situation ja einschätzen.“ Außerdem hätte der Auftraggeber die Möglichkeit auszuwählen, so Raschke, ob die Kameras den ganzen Tag oder nur zu bestimmten Zeiten aktiviert sein sollen. „Oder man ruft uns an, falls am Grab gearbeitet werden muss, dann wissen wir auch Bescheid, dass kein Alarm ausgelöst werden soll.“ Möglich wäre die Überwachung durch die Kameras allerdings nur bei großen Grabstätten und Mausoleen, sagt Raschke. „Einzelgräber sind zu klein.“

Laut eines Sprechers der Stadt wäre die Kamerainstallation an Gräbern trotzdem nicht möglich: Sie sei aus Datenschutzgründen nicht erlaubt. „Ein Friedhof ist ein allgemein öffentlicher Raum. Nur bei Kriminalitätsschwerpunkten dürfen im öffentlichen Bereich Kameras angebracht werden. Darüber zu entscheiden ist Aufgabe der Polizei.“ Zudem würden für Grabstätten, nur Nutzungsrechte erworben, so der Sprecher. Eigentümer bleibe die Stadt. „Die Stellen stehen also nur für die Grabnutzung und nicht für private Zwecke zur Verfügung.“

Eine Prüfung, ob die Rechtslage eine Kamera-Überwachung zumindest einzelner Gräber auf dem Nordfriedhof zulasse, werde es nicht geben, so der Sprecher der Stadt. Das gelte auch für das Schwanenhaus im Hofgarten. Dort hatten Metalldiebe mehrfach Kupferrohre entwendet. Schwanenmutter Margarete Bonmariage, die sich seit Jahren ehrenamtlich im Hofgarten engagiert, hatte Überwachung gefordert. Ordnungsdezernent Christian Zaum hatte dann angekündigt, prüfen zu wollen, ob die Datenschutzgrundverordnung einen Spielraum zulasse. „Es bedarf dort keiner neuen Prüfung, eine Videoüberwachung wird es dort und auf dem Friedhof nicht geben“, sagt der Sprecher der Stadt jetzt.

Maßnahmen für den Nordfriedhof scheinen dennoch notwendig. Michael Niemeyer, Nachfahre der Familie Poensgen, hat die Nutzungsrechte der Grabstätte. Er sagt, es fehle nicht nur die Kupferfackel. Vor Jahrzehnten sei bereits eine kupferne Kette, die die Fackeln verbunden hat verschwunden. Aktuell fehlten auch noch die Posaune einer Engelsstatue und zwei Grabplatten mit den Namen der Verstorbenen. Wenn man genau hinsehe, falle auch auf, dass kleine Flügel, die mehrere Säulen schmückten, abgebrochen wurden.

Die Stadt bleibt hart. „Wir können den Friedhof nicht absperren oder rund um die Uhr überwachen lassen. Die Stadt stellt nur die die Fläche für die Gräber zur Verfügung“, so der

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