Kalkum: Metalldiebe zerstören Denkmal

Kalkum : Metalldiebe zerstören Denkmal

Gleich zweimal haben vermutlich Metalldiebe das Kriegerdenkmal im Stadtteil Kalkum heimgesucht: Vor vier Wochen verschwand von der Gedenkstätte an der Oberdorfstraße die Bronzetafel, die an die Gefallenen der Weltkriege erinnert.

Am vergangenen Freitag stellten die Schützen, die sich um das Denkmal kümmern, auch den Verlust des knapp vier Meter langen Schwertes fest, das über dieser Plakette hing.

Zuerst dachten die Schützen, die sich um das Denkmal kümmern, noch an einen Einsatz des Gartenamts. Doch diese vage Hoffnung scheint nach dem Verschwinden des Schwerts zerschlagen: Die Gedenkstätte sieht verwüstet aus. "Die haben die Sachen mit Gewalt herausgerissen", sagt Reinhard Kühnen, Vorstandsmitglied der Schützenbruderschaft. "Und das am helllichten Tag — unfassbar."

Die Beobachtung mehrerer Zeugen, die zum Zeitpunkt beider Diebstähle gelbe Lkw mit auswärtigem Kennzeichen am Denkmal gesehen haben, bekommt plötzlich Bedeutung. Die Zeugen wollen am Freitag auf der Ladefläche eines dieser Lkw auch andere Metallskulpturen gesehen haben. Kühnen hat Anzeige erstattet, jetzt ermittelt die Düsseldorfer Polizei wegen Metalldiebstahls. Auch in Rath ist vergangene Woche eine Gedenktafel verschwunden. Von dem künstlerisch gestalteten, ein mal einen Meter großen Relief, das am Radweg nach Hülsdonk an die erste Siedlung in Düsseldorf erinnerte, sind nur noch die Reste der Schrauben übrig, mit denen es an einem Granitblock befestigt war. "Abgeflext", schätzt Günter Frantzen, der den Diebstahl bemerkt und angezeigt hat.

Die Chance, die Kunstwerke zurückzubekommen, sind gering. Auch die Täter werden selten gefasst. Drei kürzlich festgenommene Metalldiebe, die 60 Gräber auf dem Stoffeler Friedhof geplündert hatten, mussten nach ihrer Vernehmung freigelassen werden.

(RP)
Mehr von RP ONLINE