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Moers: Messerstecher mit Kind noch immer flüchtig

Moers : Messerstecher mit Kind noch immer flüchtig

Reinaldo Winkler ist immer noch mit seiner 19 Monate alten Tochter auf der Flucht. Die Fahndung nach dem 35-jährigen Mann kubanischer Abstammung, der am Dienstag seine 37-jährige Ehefrau in Moers erstochen haben soll, laufe auf Hochtouren, bestätigte gestern die Polizei Duisburg, die die Mordkommission stellt.

Aber Hinweise auf den Aufenthaltsort Winklers, der vermutlich in einem anthrazitfarbenen Citroen AX mit dem Kennzeichen WES-QG 55 unterwegs ist, gab es gestern nicht.

Das getrennt voneinander lebende Ehepaar (auch sie war kubanischer Abstammung) war seit längerer Zeit zerstritten und offenbar auch vorgestern in der Wohnung am Dresdner Ring in Streit geraten. Nachdem Reinaldo Winkler die Frau erstochen hatte, floh er zusammen mit der gemeinsamen, eineinhalbjährigen Tochter, um die es immer wieder Sorgerechtsstreitigkeiten gab.

Indes wird heftig diskutiert, ob die Tat nicht eventuell voraussehbar gewesen sei. Der Bluttat seien vermutlich etliche körperliche Übergriffe vorausgegangen, vermutet Martina Schmitz vom Verein "Frauen helfen Frauen”. Einerseits gebe die gesetzliche Lage mittlerweile einiges zum Schutz weiblicher Opfer her: Per Eilanordnung lässt sich zum Beispiel heute leichter vor Gericht durchsetzen, dass das Opfer ihnen die gemeinsame Wohnung alleine nutzen darf.

Zudem kann die Polizei noch vor einem gerichtlichen Beschluss den Täter aus dem Umfeld des Opfers verweisen. Doch mangele es vielfach an der Umsetzung, meint Schmitz. So werde das Umgangsrecht mit den Kindern oft zu bedenkenlos geregelt. Das führe dazu, dass der Wohnung verwiesene Väter sich nicht selten vor Kindergärten herumtrieben. "Die Polizei sollte Aussagen von Frauen ernster nehmen und geschult werden, Opfer und Täter nicht gleichzeitig zu vernehmen”, fordert die Diplom-Pädagogin.

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Selbst im Frauenhaus sind die Opfer häufig nicht sicher vor Drohungen ihrer (Ex-Partner). "Eine Frau, die hier in Moers massiv bedrängt wird, müsste komplett die Stadt wechseln und am besten weit weg ziehen”, sagt Christine Merten-Stephani vom Frauenhaus. Es ist unter Tel. 0 28 41 50 45 31 erreichbar. Der Verein "Frauen helfen Frauen” ist unter Tel. 0 28 41 2 86 00 erreichbar.