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Messe Düsseldorf realisiert die zentralen Treffpunkte bei Olympia

Messe Düsseldorf : Seit 20 Jahren Partner fürs Deutsche Haus

Die Messe Düsseldorf realisiert im Auftrag der Deutschen Sportmarketing die zentralen Treffpunkte bei Olympia. Über sportliche Höchstleistungen und viele Emotionen.

Wenn es Medaillen regnet für das deutsche Team, dann regnet es später auch Champagner im Deutschen Haus. Emotionen gibt es hier so reichlich wie sportliche Höchstleistungen draußen bei den olympischen Wettkämpfen, es wird gelacht und manchmal auch geweint, oft aus Freude, manchmal aus Enttäuschung. Das Deutsche Haus ist die zentrale Begegnungsstätte für das deutsche Team und seine Gäste bei den Olympischen Spielen – und wird 2020 in Tokio bereits im 20. Jahr von der Messe Düsseldorf realisiert. Ihr Auftraggeber ist die Deutsche Sport Marketing (DSM), die offizielle Vermarktungsagentur des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Deutschen Behindertensportverbands (DBS).

In diesen 20 Jahren gab es viel zu sehen und zu erleben im Deutschen Haus. Pressekonferenzen, Interviews, prominente Gäste bei weitem nicht nur aus dem Sport – und natürlich Siegesfeiern. Die denkwürdige Party der Skispringer nach ihrer Medaille in Pjöngjang beispielsweise, bei der später auch die Goldmedaillengewinner aus Norwegen vorbeischauten und einfach mitmachten. „Das sind wunderbare Begegnungen, wenn die anderen Nationen dazukommen“, sagt Julia Kuntze-Braun, Referentin in der Abteilung Special Events: „Das macht Olympia aus.“ Sogar eine Hochzeit gab es in London – der deutsche Mannschaftsarzt Olaf Schumacher und die finnische Radfahrerin Pia Sundstedt hatten sich bei Olympia in Sydney kennengelernt.

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Begonnen hatte alles, als die DSM vor den Olympischen Spielen in Sydney einen Partner für das Deutsche Haus suchte. „Der Begriff beschreibt ja erst einmal nur die Idee für einen besonderen Ort der Begegnung zwischen Sportlern, Sponsoren und Multiplikatoren“, sagt Erhard Wienkamp, Bereichsleiter und Prokurist Auslandsmessen der Messe Düsseldorf. „Dieser Begriff musste nun mit Leben gefüllt werden.“ Die Messe hatte das, was dafür gebraucht wurde – sie war bekannt als international tätiger Organisator von Veranstaltungen, besaß die Verbindungen und Strukturen im Ausland ebenso wie die organisatorischen Fähigkeiten. „So sind wir für Sydney zusammengekommen und haben seitdem dieses Konzept gemeinsam weiterentwickelt“, sagt Wienkamp. Daraus wurde, was er heute als „erprobte und gut funktionierende Zusammenarbeit“ bezeichnet.

Das Aufgabenfeld der Messe ist dabei breit gefächert. Alles beginnt – natürlich – mit der Suche nach einer Location, in die das Team ebenso eingebunden ist wie in die Entwicklung des gestalterischen Konzepts zusammen mit den für die DSM tätigen Architekten. „Man sucht einen Raum, der besonders ist, herausragend, den man profilieren kann“, sagt Erhard Wienkamp über den Prozess. „Beispielsweise in Bezug auf einen besonders schönen Ausblick oder eine besonders schöne Atmosphäre aus sich selbst heraus.“

Was danach beim Umbau bedacht werden muss, hängt auch davon ab, wo man fündig geworden ist. In London 2012 war das Deutsche Haus in einem Museum in den Dock­lands untergebracht. „Das war ein toller Ort, von uns völlig zweckentfremdet genutzt und an einer zentral verkehrsgünstig gelegenen Stelle“, sagt Wienkamp. In dem denkmalgeschützten Haus habe die Herausforderung darin bestanden, dass man die räumlichen Gegebenheiten respektieren musste. Julia Kuntze-Braun sagt: „Da durfte kein Nagel einfach so in die Wand geschlagen werden.“ Auch an die Winterspiele in Turin und das Deutsche Haus im nahen Sestriere hat sie lebhafte Erinnerungen – oben in den Bergen hatte sich keine Location in der gewünschten Größe gefunden: „Da haben wir einfach noch einen kompletten Fertighaus-Anbau drangesetzt.“ Aktionen, bei denen sich die Erfahrungen aus dem Messebau auszahlen, denn üblicherweise können die Umbauten erst kurz vor Beginn der Spiele starten. „Wir nehmen sie erst zehn Tage vorher in Besitz, bringen raus, was wir raushaben müssen, und rein, was wir rein­haben müssen“, sagt Wienkamp. Da muss dann auch mal rund um die Uhr geschleppt und geschraubt werden. Weil das Haus später für die Sportler der Paralympics umgebaut wird (sie finden üblicherweise nach Olympia statt), ist zudem das Thema Barrierefreiheit wichtig.

Ist das Deutsche Haus eröffnet, geht es mit ebenso viel Schwung weiter – auch für das Team der Messe, das nun den Betrieb sicherstellt und prüft, ob alles funktioniert: die Organisation der Einlasskontrollen, das Catering und die Reinigung. Kuntze-Braun: „Wir steuern auch die Volunteers vor Ort und teilen sie in die Dienste ein, von der Garderobe bis zum Akkreditierungscounter.“ Und natürlich sind sie und ihre Kollegen zur Stelle, wenn trotz aller Vorbereitungen eine Panne auftritt – ob es ein kleiner Stromausfall ist oder die überraschende Straßensperrung, die in Rio de Janeiro 2016 plötzlich das Deutsche Haus mit dem Auto unerreichbar machte. Kuntze-Braun und ihre Kollegen richteten einen Shuttle-Service per Boot ein, mit dem Journalisten nun zu den Terminen im Haus gebracht werden konnten – es lag auf einer Landzunge zwischen Atlantik und einer kleinen Lagune. „Vor Ort erlebt man immer Dinge, die man so noch nicht erlebt und auch nicht erwartet hat“, sagt Wienkamp: „Das macht es ja so spannend. Entscheidend ist, wie man dann mit der Situation umgeht.“

Spannend sind auch die prominenten Besucher, bei denen das Deutsche Haus ebenso beliebt zu sein scheint wie bei den Athleten. Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Vorgänger Gerhard Schröder waren schon da, der auch in der Messe-Heimat Düsseldorf stets gern gesehene Fürst Albert von Monaco, frühere Tennisstars wie Steffi Graf oder Boris Becker. Sie kommen wegen der guten Stimmung und der Chance, den erfolgreichen Olympioniken zu gratulieren; vielleicht auch wegen des guten Essens, das stets eine Mischung ist aus deutschen Elementen und den Spezialitäten des Gastgeberlandes: „In Brasilien gab es natürlich Churrasco“, sagt Wienkamp. Dem Vernehmen nach soll passend dazu auch die eine oder andere Flasche Cachaça geflossen sein.

Die Athleten fühlen sich jedenfalls wohl und geben gutes Feedback. Das sei auch entscheidend: „Wenn die Sportler glücklich sind, dann sind auch alle anderen glücklich“, sagt Kuntze-Braun. Für die Messe liegt in dem Projekt zudem die Gelegenheit zu zeigen, wieviel sie leisten kann – auch unter besonderen Bedingungen. Wienkamp: „Natürlich freuen wir uns auch über die öffentliche Wahrnehmung, die wir damit haben.“