Messe Düsseldorf baut Haupteingang am Rhein

Messe Düsseldorf baut Haupteingang am Rhein: „Das bedeutendste Bauprojekt in der Geschichte der Messe“

Die Neue Messe Süd beschert der Ausstellungstochter der Stadt Düsseldorf erstmals einen echten Haupteingang. Am Freitag wurde Richtfest des 140-Millionen-Euro-Projektes gefeiert.

Die Düsseldorfer sind es gewohnt, für herausragende moderne Architektur in den Medienhafen zu fahren. In einem Jahr können sie dafür auch den Düsseldorfer Norden ansteuern: Am Rhein entsteht die Neue Messe Süd, zu der ein dreieckiges Vordach gehört, das an seiner längsten Seite 172 Meter misst – es überspannt spektakulär eine Fläche, die Vorfahrtsbereich und Eventfläche zugleich ist. Hinzu kommen ein geräumiges Foyer und die neue Halle 1, die die alten Hallen 1 und 2 ersetzen.

Die Messe, weltweit erfolgreiche Tochter der Stadt Düsseldorf und Umsatzbringer für viele lokale Unternehmen, gewinnt mit diesem Projekt sehr vieles: eine architektonische Visitenkarte, gleichzeitig öffnet sie sich zur Stadt. Messe- und Kongresskunden können aus dem Foyer und sogar aus den Sälen in Richtung Rhein schauen oder in den Nordpark, der überdies zwei neue Eingänge erhält. Wer aus den Hallen mal ins Grüne möchte, muss dann nur noch die Straßenseite wechseln. „So etwas bietet kein anderes Messegelände in Deutschland“, sagt Architekt Jurek Slapa, der mit seinen Kollegen vom Büro SOP die Neue Messe Süd entworfen hat. Für Messe-Chef Werner Dornscheidt ist sie „das bedeutendste Bauprojekt in der Geschichte unseres Unternehmens und ein Meilenstein in der Weiterentwicklung unseres Messeplatzes.“ Die Fakten:

Die Halle Die neue Halle ist 158 Meter lang, 77 Meter breit und bietet gut 12.000 Quadratmeter Fläche. Von der Halle gibt es eine Brücke zum CCD Süd. Diese Verbindung hat strategische Bedeutung: Immer öfter gehören zu Messen auch Kongresse, Workshops oder andere Lernveranstaltungen. „Messen werden zunehmend zum Hotspot für Innovationen und Wissensvermittlung, über Foren und begleitende Konferenzen bleiben unsere Kunden am Puls der Zeit“, sagt Dornscheidt. Sechs teilbare Konferenzräume sind an die Halle 1 angedockt, je 198 Menschen finden darin Platz. Spektakulär sind die beiden Säle, die in einem goldfarbenen Kubus untergebracht sind, der in das neue Foyer ragt. Die Säle haben eine Glasfront, wer hier sitzt, kann zum Rhein oder zum Nordpark schauen.

Das Vordach Das architektonische Ausrufezeichen bildet das 20 Meter hohe Vordach, in Kürze werden die ersten von insgesamt 19 Stützen gestellt. Sie haben 27,5 Meter Meter Spannweite, die Atmosphäre wird luftig sein. 7800 Quadratmeter groß ist das transluzente Dach. Mittels LED-Bändern, die zusammen 1,5 Kilometer lang sind, können die Rhomben unterschiedlich beleuchtet werden, meist leuchtet ein mattes Weiß. Unter dem Dach befinden sich Taxivorfahrten, Haltestellen für Busse und der Eingang in die neue Tiefgarage (300 Plätze).

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Das Foyer Vom Platz geht es in das 16,5 Meter hohe Foyer, das über eine verglaste Front von 82 Metern Länge verfügt. Auf mehr als 2000 Quadratmetern Fläche befinden sich Counter und Garderoben. Wer in der Tiefgarage parkt, kommt durchs Foyer trockenen Fußes auch zur Stadthalle – für Brauchtumsfreunde eine feine Sache. Neben der Anbindung an die Hallen 3 und 4 führt eine 100 Meter lange Magistrale vom Südeingang direkt auf das übrige Messegelände.

Die Bauzeit Im Winter wurde die Baustelle durch Hochwasser geflutet. Eine Verzögerung von sechs Wochen war die Folge. Deswegen wird die Neue Messe Süd nicht im Mai 2019 fertig, sondern erst im September, als erste Großmesse findet kurz darauf die Kunststoffmesse statt. Auch beim Vordach kommt es aufs Wetter an. Wenn das Glasfasergewebe gespannt wird, muss es elastisch sein, mindestens zehn Grad muss die Außentemperatur betragen.

Die Qualität und Multifunktionalität der Neuen Messe Süd verleihen ihr eine Ausnahmestellung. Dornscheidt betont, dass man kontinuierlich in das Gelände investiere und es den Bedürfnissen der Kunden anpasse. Als Ensemble biete die Neue Messe Süd weitere Möglichkeiten: „Es entsteht ein separat zugängliches ,kleines Messegelände‘, das besonders für Gastveranstaltungen und Kongresse jeder Größe gut nutzbar ist und uns bei Auf- und Abbau flexibler macht.“

Oberbürgermeister Thomas Geisel spricht von einer „spektakulären neue Landmarke, die den Vergleich mit anderen Düsseldorfer Architektur-Ikonen wie Kö-Bogen oder Medienhafen nicht zu scheuen braucht.“ Die Messe sei ein Aushängeschild der Stadt, Symbol und Treiber der Internationalität Düsseldorfs. Sie unterstreiche mit diesem Projekt ihre Position als eine der führenden Messegesellschaften weltweit. „Mit der Neugestaltung des südlichen Bereichs ihres Geländes erfolgt ein weiterer Schritt in der urbanen Entwicklung, der Düsseldorf nicht nur für die Besucherinnen und Besucher der Messe, sondern auch für alle Architekturfans noch attraktiver macht. Kurz gesagt, hier präsentiert sich Düsseldorf ,at its best‘.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Messe Düsseldorf - so wird die neue Halle 1 aussehen