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Düsseldorf: Mehrheit der Bürger will Fußgängerzone

Düsseldorf : Mehrheit der Bürger will Fußgängerzone

Bei der Mobilen Redaktion zur Zukunft der Schadowstraße gingen bei Politikern und Händlern die Meinungen über das städtische Konzept, das auch Autoverkehr vorsieht, auseinander. Die meisten Bürger plädierten für eine autofreie Zone.

Geht es nach den Bürgern, die gestern am Stand der Mobilen Redaktion der RP über die Neugestaltung der Schadowstraße diskutierten, sollte auch der östliche Ast der Einkaufsstraße — zwischen Berliner Allee und Jacobistraße — eine reine Fußgängerzone werden. "Sonst ist das ja nichts Halbes und nichts Ganzes", sagt Helmut Holzmüller. Dem Konzept der Stadt kann er nichts abgewinnen.

Das sieht an beiden Seiten der Schadowstraße jeweils zehn Meter breite Fußgängerbereiche vor. Der Autoverkehr soll jedoch nicht komplett verbannt werden, sondern einspurig mit maximal Tempo 20 und nur in Richtung Wehrhahn fließen. Diese 4,25 Meter breite Fahrbahn in der Mitte der Straße sollen auch Radfahrer in beide Richtungen nutzen können. "Das Reizvolle an dem Konzept ist die Flexibilität", betonten die Beigeordneten für Verkehr, Stephan Keller, und Stadtplanung, Gregor Bonin, in der Diskussion mit den Bürgern und Einzelhändlern.

Bei Tatjana Fliedner kommt das gut an. "Wenn weiterhin Autos fahren, ist das flexibler für alle. Hier ist doch genug Platz." Das sieht Arno Classen völlig anders. "Das ist eine stadtplanerische Sünde, die verhindert werden muss. Wir bauen doch nicht die U-Bahn, um die Autos wieder reinzuholen. Es war seit Jahren der große Wunsch, die Schadowstraße autofrei zu bekommen."

Damit liegt er auf einer Linie mit der Rats-Opposition von SPD und Grünen. Allerdings plädieren die auch für einen Radweg: "Eine Fußgängerzone ohne Radweg ist wegen der Breite der Straße nicht denkbar", sagt SPD-Ratsherr Matthias Herz. Er schlägt zudem vor, als Erinnerung an die Straßenbahnen, die mit Start der Wehrhahn-Linie 2015 unterirdisch fahren, wie in Dortmund einen historischen Waggon aufzustellen und gastronomisch zu betreiben. Grünen-Fraktionschef Norbert Czerwinski kritisiert, dass in der städtischen Vorlage von Radwegen in reinen Fußgängerzonen abgeraten wird: "Radwege sind kein Imageverlust!"

FDP-Fraktionschef Manfred Neuenhaus hält die Höchstgeschwindigkeit von 20 Stundenkilometern für eine gute Idee. "Der Radverkehr fließt dann einfach mit." Er glaubt, dass es keinen Durchgangsverkehr geben wird. CDU-Verkehrsexperte Andreas Hartnigk betont die Offenheit der Planung. "Wenn an drei Tagen besonders viele Passanten unterwegs sind, dann wird halt für den Autoverkehr gesperrt." Hartnigk wünscht sich eine Probezeit, nach der Änderungen möglich sind. Dem schließt sich auch Wilhelm Bäcker an: "Es ist wichtig, dass ohne hohe Kosten gegebenenfalls umgeplant werden kann."

Für die Händler bleibt entscheidend, dass die Schadowstraße attraktiv für Passanten ist. Die Mitglieder des City-Rings wünschen sich weiter mehrheitlich eine Fußgängerzone, betont die Vorsitzende Annegret Treseler: "Die Schadowstraße hat viel Potenzial, das genutzt werden muss." IHK-Geschäftsführer Ulrich Biedendorf hält dies für die sinnvollste Lösung: "Dadurch verbessert sich auch die Aufenthaltsqualität." Einzelhändlerin Karin Bornemeyer ist dagegen zufrieden mit dem Konzept der Stadt: "Wir haben immer gesagt, dass wir den Autoverkehr brauchen." Mit Treseler ist sie sich einig, dass die breiten Flächen des Bürgersteigs an der Straße genutzt werden sollten, etwa mit Gastronomie-Ständen oder dem Obsthändler, der früher am Tausendfüßler stand: "Dort kann man gut etwas verkaufen."

(RP/anch/rl)