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Zuletzt trugen Autofahrer die Schuld: Mehr Unfälle mit Straßenbahnen

Zuletzt trugen Autofahrer die Schuld : Mehr Unfälle mit Straßenbahnen

Drei Unfälle gab es am Dienstag auf der Kaiserswerther Straße, zwei davon beim Linksabbiegen über Bahngleise. Schuld waren jeweils die Autofahrer. Zumeist sind Auswärtige bei dieser Art von Unfällen die Verursacher.

Bei Rot gefahren, verbotenerweise auf einer schraffierten Fläche gewendet, vermutlich mit dem Handy telefoniert und Warnlichter missachtet: Die drei Unfälle mit Stadtbahnen, die sich am Dienstag binnen zweieinhalb Stunden auf 300 Metern der Kaiserswerther Straße ereigneten, waren eine "Verkettung unglücklicher Umstände", sagt Polizeisprecher Wolfgang Wierich. Weder habe das gestiegene Verkehrsaufkommen durch die Messe "boot" etwas damit zu tun, noch sei der Kreuzungsbereich am Reeser Platz ein Unfallschwerpunkt — trotz der teils unübersichtlichen Abbiegesituationen, die viele Leser bei RP Online kritisierten.

Nach den bisherigen Ermittlungen bedingte der erste Unfall den zweiten. Um 12.37 Uhr hatte ein 33-jähriger Toyota-Fahrer aus der Tschechischen Republik beim Linksabbiegen von der Kaiserswerther in die Reeser Straße "nach eigener Aussage das Rotlicht ignoriert", sagt Wierich. Er wurde leicht verletzt, als sein Wagen von einem Zug der Linie U 78 getroffen wurde, der in Richtung Norden fuhr.

Dadurch entstand ein Stau für Autos und Bahnen in Richtung Norden. Eine 61-jährige Düsseldorferin, die das Warten offenbar satt hatte, wendete daraufhin um 12.54 Uhr an der Kreuzung Kaiserswerther/Gerhard-Domagk-Straße. Bei dem U-Turn überquerte sie eine schraffierte Fläche und Bahngleise. Ihr Suzuki-Van wurde dabei von einem Zug der Linie U 79 erfasst, der in Richtung Innenstadt fuhr. Es kam zu einem leichten Blechschaden.

Bei dem dritten Unfall um 14.59 Uhr wurde an der Haltestelle Reeser Platz eine 16-Jährige von einem Zug erfasst und schwer verletzt. "Sie wurde glücklicherweise nicht überrollt und ist deswegen nicht in Lebensgefahr", sagt Wierich. Nach Aussagen zweier unabhängiger Zeugen sei es wahrscheinlich, dass das Mädchen beim Überqueren der Gleise telefonierte und die Warnlichter missachtete.

Drei Unfälle, drei unaufmerksame oder falsch handelnde Verkehrsteilnehmer — dennoch bleibt die Problematik des Linksabbiegens über Bahngleise akut. Denn im Vergleich zu anderen Städten gibt es in Düsseldorf und Köln auf Hauptverkehrsachsen (etwa Berliner Allee, Kölner Landstraße, Kaiserswerther Straße) wenige Möglichkeiten des Linksabbiegens. "Das ist auch dadurch bedingt, dass hier verschiedene Verkehrsarten unter einen Hut gebracht werden müssen", sagt Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander. Die Zahl solcher Unfälle nehme zu — 14 waren es 2009, 2010 bereits 24. "Dazu kommen noch viele Gefahrbremsungen, bei denen eine Kollision zwar ausbleibt, in den Bussen und Bahnen aber Fahrgäste verletzt werden." In erster Linie seien es auswärtige Autofahrer, die die Unfalle verursachen, sagt Lander.

Dazu kommt noch folgendes Problem: "Es gab schon mehrere Fälle, in denen Navigationssysteme Autofahrern an der Berliner Allee sagten, dass sie links abbiegen sollen — und deren Wagen dann mit Straßenbahnen kollidierten", so Wierich.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronik: Schwere Unfälle der Rheinbahn

(RP)