Schulwegkontrollen und Radfahrer-Ampeln Mehr Sicherheit im Verkehr

Düsseldorf · Um die Zahl der Unfälle von jungen Fußgängern und Radfahrern zu senken, gibt es in Düsseldorf zahlreiche Ansätze: In der Nähe von Schulen kontrolliert die Polizei verschärft, Radfahrer-Ampeln sollen Konflikte beseitigen.

 An der Kreuzung von Gerresheimer- und Ackertraße hängt nun eine Radfahrer-Ampel.

An der Kreuzung von Gerresheimer- und Ackertraße hängt nun eine Radfahrer-Ampel.

Foto: Hans-Jürgen Bauer

Die Zahl der durch Unfälle schwer verletzten jungen Verkehrsteilnehmer ist wieder gestiegen. Im laufenden Jahr wurden bei 164 Unfällen, in die junge Verkehrsteilnehmer verwickelt waren, 30 von ihnen so schwer verletzt, dass sie stationär behandelt werden mussten. Das sind schon jetzt mehr als im gesamten Vorjahr (28). Deshalb verstärken die Polizei und die Stadt derzeit ihren Einsatz für die Verkehrssicherheit:

Schulwegkontrollen

Von den 164 Unfällen mit Kindern passierten 22 auf dem Schulweg. Um diesen Unfällen vorzubeugen kontrolliert die Polizei besonders am Anfang des Schuljahres vermehrt den Verkehr vor Schulen, wie diese Woche vor der Bonifatius Grundschule an der Fleher Straße. Geprüft werden Geschwindigkeit, Anschnallpflicht und ob die Fahrer mit dem Handy telefonieren. Bereits nach zehn Minuten stoppen die Polizisten den ersten Raser: Es ist ein 82-jähriger Rentner, der mit 61 km/h durch die 30er-Zone rauscht. Seine Erklärung: "Ich wollte nur mal eben zum Friedhof fahren, und hab mich beeilt, weil ich einen Braten im Backofen habe." Sanktioniert wird dieses Vergehen mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem Punkt in Flensburg. Außerdem erwartet den Rentner eine Anzeige wegen vorsätzlichen Handelns.

Innerhalb einer Stunde gab es rund um die Grundschule acht Regelverstöße, darunter drei Fälle mit Fahren ohne Gurt und einmal unerlaubtes Telefonieren mit dem Handy. Dabei handelt es sich um einen Fahrer eines Schulbusses. Ludger Walther ist jedoch zufrieden mit dem Resultat: "Wir haben heute nur eine Geschwindigkeitsüberschreitung. Das heißt, dass die regelmäßigen Kontrollen hier ihre Wirkung zeigen."

Radfahrer-Ampeln

Das Düsseldorfer Verkehrsamt hat inzwischen 25 von 633 Ampeln im Stadtgebiet Signale für Radfahrer montieren lassen. Die Ampeln sind kleiner, zeigen ein Radfahrersymbol und gelten ausschließlich für Radler. Damit lässt sich der Radverkehr unabhängig von den Signalen für Autos oder Fußgänger steuern. Radfahrer können zum Beispiel früher oder zu einem anderen Zeitpunkt starten, so dass weniger Konflikte zwischen den Verkehrsformen entstehen. Möglichkeiten dazu ergeben sich vor allem, wenn das Verkehrsamt Ampeln für den motorisierten Verkehr tauscht. Die Ampeln für Radfahrer würden dort gebaut, wo die Verkehrsführung zugunsten des Radverkehrs optimiert werden könne, erklärte das Verkehrsamt.