1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Mehr Quarantäne-Fälle: Düsseldorfer Krisenstab diskutiert Düsseldorfer Krisenstab diskutiert Mehr Quarantäne-Fälle: Düsseldorfer Krisenstab diskutiert Mund-Nase-Schutz für die Schulen

Quarantäne-Anstieg : Düsseldorfer Krisenstab diskutiert Mund-Nase-Schutz für die Schulen

Hintergrund sind die hohen Quarantänezahlen an den Schulen. Dort wünschen sich viele, das Land wäre bei der zunächst geltenden Verpflichtung geblieben. Auch das Gesundheitsamt kritisiert diese Lockerung.

Die Schulen sind die Quarantäne-Hotspots in der Stadt. Gerundet entfielen zur Wochenmitte 800 von 1300 Quarantänefälle auf die Schulen. Vor allem jetzt im Herbst, wenn Erkältungswellen nahen, könnten die Zahlen weiter in die Höhe schnellen. Umso wichtiger sind Maßnahmen, die Corona-Infektionen vorbeugen. „Wir werden im Krisenstab darüber sprechen, ob wir für die weiterführenden Schulen den Mund-Nase-Schutz empfehlen“, kündigt Dagmar Wandt, die Leiterin des Schulverwaltungsamts, an.

Eine solche Empfehlung geht Angelika Pick, Leiterin des Lore-Lorentz-Kollegs, nicht weit genug. „Ich hätte mir gewünscht, dass das Land die bis Ende August geltende Maskenpflicht für alle Schüler in Klassenräumen verlängert hätte“, sagt sie. Die Konsequenzen der Lockerung badet sie aktuell aus. Denn nach einem Corona-Fall in dieser Woche, hat sie die komplette Lerngruppe in Quarantäne geschickt. „Da es keine Pflicht mehr gibt, befinden sich in jeder Klasse ein paar Schüler, die auf den Schutz verzichten; da bleibt mir nichts anderes übrig“, sagt sie. Der Fall ist der vierte an ihrer Schule. Zu Beginn habe sie die Quarantäne auf Einzelne beschränken können, das gehe jetzt nicht mehr. Kornelia Fehndrich, Pflegschaftsvorsitzende am Humboldt-Gymnasium, teilt Picks Einschätzung. „Eine solche Pflicht sichert den Präsenzbetrieb an den Schulen deutlich besser ab, ich wäre dafür.“

Die Aufhebung durch das Land hatte auch beim Gesundheitsamt große Befürchtungen ausgelöst. Denn es ist bekannt, dass viele dicht beieinander sitzende Menschen die Ansteckungsgefahr erhöhen. Gutes Lüften kann nur ein Teil der Prävention sein. Bis Dienstag wurden in diesem Monat knapp 50 neue Corona-Fälle bei Schülern und Betreuern gemeldet, am Donnerstag wurden – neben der Lore-Lorentz-Schule – auch für die Gumbert-Grundschule, das Albrecht-Dürer-Berufskolleg sowie die Elly-Heuss-Knapp-Schule neue Corona-Fälle gemeldet.

Wandt hält die Infektionszahlen angesichts von 78.000 Schülern (inklusive Kollegs) für relativ gering; andererseits ist ihr bewusst, dass nun bei einer Infektion nicht nur wenige Schüler, sondern meist ganze Klassen in Quarantäne müssen. Davor hatte Gesundheitsamtsleiter Klaus Göbels schon vor Wochen gewarnt. Für ihn ist in der Schule und auch anderswo der Mund-Nase-Schutz am wichtigsten, gefolgt vom Lüften und der Handdesinfektion. Göbels verweist auf den Virologen Christian Drosten: „Wir haben im internationalen Vergleich nicht so gute Zahlen, weil wir so gut sind, sondern weil wir relativ früh auf den Mund-Nase-Schutz gesetzt haben.“ Die Gesellschaft müsse jetzt die Spannung hochhalten und Disziplin üben.

Ein Fall am Görres-Gymnasium sorgt vor diesem Hintergrund für Erstaunen. Eltern von Kindern, die dort zur Schule gehen, berichten unserer Redaktion, die Hygiene-Spender an fast allen Schuleingängen seien abgebaut worden. Direktor Axel Kuhn bestätigt das, die Spender seien für Mensen an anderen Schulen benötigt worden. Eine Recherche des Schulverwaltungsamtes klärte ein Missverständnis mit dem Schulhausmeister auf, der die Spender in den Keller gebracht hatte. Die Handdesinfektion gilt als besonders effektiver Schutz gegen Viren.