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Düsseldorf: Mehr Autos, mehr Falschparker

Düsseldorf : Mehr Autos, mehr Falschparker

Mit der Anzahl der Fahrzeuge in der Stadt wächst auch die der Parkverstöße. Knapp 119.000 Verstöße sind im vorigen Jahr registriert worden, 2013 schon jetzt mehr als die Hälfte. Betroffen sind vor allem Einmündungsbereiche.

Im Januar waren es schon wieder fast 20 000 mehr: 337 832 Fahrzeuge sind in Düsseldorf zugelassen, davon rund 281 000 Pkw. Zwar wächst die Zahl seit einigen Jahren langsamer als früher — aber sie steigt. Die Zahl der Parkverstöße geht dagegen scheinbar unverhältnismäßig schnell nach oben.

Vor allem in den Fünf-Meter-Zonen vor Kreuzungen und Einmündungen registrieren die städtischen Verkehrsüberwacher immer mehr Falschparker. Und auch das absolute Halteverbot wird immer öfter ignoriert. Das passt zum einen zum vielzitierten Parkplatzmangel in der Stadt, ist zum anderen ein Beleg für die auch im Straßenverkehr um sich greifende Rücksichtslosigkeit. Thomas Großheinrich vom Amt für Verkehrsmanagement hat aber eine weitere Theorie, woran das liegen könnte: "Wir haben zwar mehr Autos in der Stadt — aber die werden weniger genutzt." Und ein Auto, dessen Besitzer sich aufs Fahrrad schwingt, muss ja irgendwo hin.

Für Großheinrichs Theorie spricht die Entwicklung der vergangenen Jahre. Wurden in den Fünf-Meter-Zonen 2010 noch 5820 geparkte Autos aufgeschrieben, haben die Überwacher im vorigen Jahr knapp tausend mehr registriert. 151 Mitarbeiter des Ordnungsamts sind allein für die Überwachung des ruhenden Verkehrs zuständig, ihre Zahl ist konstant und ebenso ihr Pensum. An verstärkten Kontrollen kann es also nicht liegen, dass in diesem Jahr schon mehr als 5500 Knöllchen fürs Parken in der Fünf-Meter-Zone ausgestellt wurden. Das ist mit 15 Euro zwar das billigste im Katalog der Park-Verstöße. Es kann aber auch richtig teuer werden — wenn durch das falsch geparkte Auto andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere die Feuerwehr im Einsatz, behindert werden.

Apropos Feuerwehr: Als vergangene Woche die Lastring-Kreuzung Kruppstraße/Oberbilker Allee gesperrt war, hat die Stadt zu einem bislang einmaligen Mittel gegriffen, um eine Ausweichstrecke für Einsatzfahrzeuge zu garantieren: Entlang der Sonnenstraße wurden nicht nur Halteverbotsschilder aufgestellt, sondern auch noch mit dem Aufdruck "Rettungswege unbedingt freihalten" erklärt. Der Appell, der auch auf elektronischen Tafeln aufleuchtete, hat offenbar gefruchtet: Während viele Ortskundige zwar sämtliche Umleitungen ignorierten und sich stattdessen durch die Anwohnerstraßen mogelten, ist das Parkverbot tatsächlich beachtet worden. Kaum war die Beschilderung entfernt, war auch dort die Fahrbahn wieder zugeparkt.

Der Erfolg der Maßnahme ist aber kein Indiz dafür, dass Düsseldorfer Autofahrer auf die Belange der Feuerwehr besondere Rücksicht nähmen. 2390 Verfahren wegen Parkens in Feuerwehrbewegungszonen hat das Ordnungsamt im vorigen Jahr eingeleitet, 189 der Falschparker sogar abschleppen lassen müssen. In diesem Jahr wurden bereits knapp 1300 Knöllchen wegen Parkens in den Bereichen ausgestellt.

(RP)