Gastronomie in Düsseldorf: Mehr Außentische im Medienhafen?

Gastronomie in Düsseldorf: Mehr Außentische im Medienhafen?

Baudezernentin Cornelia Zuschke hat Gastronomen und Terrassenbetreibern Hoffnung auf mehr bespielbare Außenflächen im Medienhafen gemacht - trotz der denkmalgeschützten Schienenanlagen.

"Denkmalschutz hat damit zu tun, Substanz zu bewahren, aber Nutzung möglich zu machen", sagte die Beigeordnete bei einer Diskussionsrunde auf Einladung der Wirtschaftsjunioren zur Zukunft des Viertels. Gastronomie-Experte Markus Eirund hatte kritisiert, der Weg am Wasser entlang sei abends dunkel und wenig einladend, weil wegen der Schienen kein Wirt Tische aufbauen könne. Zuschke riet Interessierten, das nicht als in Stein gemeißelt zu betrachten: Möglicherweise ließen sich mit dem Denkmalschutz Lösungen für eine Möblierung finden.

Rund 5000 neue Arbeitsplätze entstehen aktuell im Medienhafen durch den Bau der neuen Trivago-Zentrale und des Gebäudes "Float". Die abendliche Belebung des Bereichs war eines der Hauptthemen. Während die Gastronomie mittags vielfältig sei (allerdings bilden sich schon jetzt Warteschlangen), wünschen sich viele das abendliche Angebot differenzierter. "Wenn man mit Kollegen auf dem Heimweg einkehren will, fehlt was", sagte Unternehmer Carsten Dolch. Lebensmittel-Einzelhandel wird sich dagegen kaum ansiedeln, schätzt Ulrich Biedendorf, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer: "Der Handel könnte nur zu den Arbeitszeiten Umsätze machen, und dann auch nur, wenn Pausenzeiten sind."

Ein weiteres großes Thema war die Anbindung des Hafens, die wohl nicht ganz ohne Autos funktionieren wird. "Viele Mitarbeiter müssen zu Kunden - und Kunden zu ihnen", so der Vorsitzende des Medienhafenvereins, Christian Freiherr Göler von Ravensburg. Als Vorschlag wurde aber ein Carsharing-Angebot für die Firmen im Hafen erwogen.

Cornelia Zuschke riet dazu, insgesamt die Verkehrswende in den Blick zu nehmen und neue ÖPNV-Verbindungen in den Hafen zu bringen, "die Spaß machen". Auch Wassertaxis auf dem Rhein sind aus ihrer Sicht noch immer eine machbare Alternative. Allerdings erinnerte Rainer Schäfer (Neuss-Düsseldorfer Häfen) aus dem Publikum daran, dass diese Idee schon früher durchgespielt wurde und den Interessierten nicht wirtschaftlich schien.

(RP)