Mehr Aufenthaltsqualität für Mühlenstraße in Düsseldorfer Altstadt

Diskussion im Ordnungs- und Verkehrsausschuss: Mühlenstraße soll ohne Parkplätze attraktiver werden

Die Straße, die Grabbe- und Burgplatz miteinander verbindet, soll an Aufenthaltsqualität gewinnen. In einem ersten Schritt wird der störende Park-Such-Verkehr unterbunden.

Der geplante Umbau der Mühlenstraße in der Altstadt hat eine weitere Hürde genommen. Mit breiter Mehrheit (nur die FDP enthielt sich) votierte der Ordnungs- und Verkehrsausschuss am Mittwoch dafür, die Stellplätze für Pkw ersatzlos zu streichen – Ausnahmen wird es für Taxis und für Behinderte geben. Die wichtigsten Fakten im Überblick.

Was ist geplant? Seit Jahren arbeitet die Verwaltung am Umbau der Mühlenstraße. Das entscheidende Stichwort heißt: Aufenthaltsqualität. Die soll unter der Überschrift „Mehr Raum für Menschen und Gastronomie“ verbessert werden. Dazu will man die nördliche und südliche Seite der Straße, die vom Grabbe- zum Burgplatz führt, in einigen Bereichen anders nutzen als bisher. Als besonders störend wird der Park-Such-Verkehr empfunden. Dafür verantwortlich sind rund zehn Stellplätze, die allen Autofahrern offenstehen.

Gibt es Kritik? Kaum. Im Unterschied zu anderen Plänen – man denke nur an die aktuelle Diskussion um eine weitgehend autofreie Königsallee – gibt es hier eine breite Mehrheit für die Streichung der Plätze. Und das nicht nur in der Politik, sondern auch in der Bürgerschaft. Das wurde bei Anhörungen in der Vergangenheit deutlich. Anwohner und Geschäftsleute wie Altstadt-Wirt Michael Naseband hatten den Wegfall bei diesen Veranstaltungen ausdrücklich begrüßt. Für die FDP kritisierte Rainer Matheisen am Mittwoch sogar, dass der jetzt präsentierte Vorschlag nicht konsequent genug sei. „Es ist inkonsequent, Parkplätze abzuschaffen, die Einfahrt in die Straße aber weiterhin zu erlauben“, sagte er. Wer die Straße kenne, suche dort ohnehin nicht nach einem Parkplatz. Und Auswärtige müssten deutlicher darauf hingewiesen werden. CDU-Ratsfrau Sabine Schmidt regte an, wenigstens die Motorrad-Parkplätze zu erhalten.

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Was sagt die Verwaltung? Planungsdezernentin Cornelia Zuscheke machte deutlich, dass es sich um eine Übergangsphase handelt, in der die eingeleiteten Maßnahmen auf dem Prüfstand stehen. Grundsätzlich sei klar, dass es am Beginn der Mühlenstraße eine „Einfahrt-Verboten“-Beschilderung geben werde. Freilich werde es Ausnahmen für Taxis, Versorger und für besondere Veranstaltungen geben.

Was ist sonst noch geplant? Geändert wurden inzwischen die Pläne für die Außengastronomie. Der Plan, die wegfallenden Parkflächen durch besondere Elemente („Public Parklets“) auf das Niveau der Gehwege anzuheben und für eine Übergangszeit für Außengastronomie zu nutzen, wurde abgespeckt. Vielen Gastronomen war das zu teuer. Nun ist geplant, diese Bereiche teilweise auch für Carsharing und Leihräder zu nutzen. Zusätzlich könnten sechs Taxenstellplätze sowie eine Ladezone entstehen. Im westlichen Bereich der Mühlenstraße und vor der Mahn- und Gedenkstätte könnte es künftig Behinderten-Parkplätze geben. Zuschke machte klar, dass die Planungen nicht endgültig sind. „Wir befinden uns in einem Prozess.“

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