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Driessen wird 65: Mehr als nur der nette Jobsi

Driessen wird 65 : Mehr als nur der nette Jobsi

Der Mann hat buchstäblich immer auf vielen Hochzeiten getanzt, und das mit großem Vergnügen. Es macht Hans-Joachim Driessen sichtlich Spaß, auf der Klüh-Karnevalssitzung mit einem Wischmob auf dem Kopf das Narrenschiff auf Kurs "Supersause" zu lenken. Oder beim Prinzenball mit einer unglaublichen Lässigkeit und Eleganz den Ball zum Höhepunkt des Lackschuhkarnevals zu machen, oder an der Spitze von großen Unternehmer den absolut seriösen und erfolgreichen Boss zu geben.

Mit den Rollen wechselt er übrigens auch den Vornamen: Unter der Narrenkappe ist er der Jobsi, als er bei internationalen Meetings die Klüh-Gruppe repräsentierte, war er Hans-Joachim. Keiner hätte es gewagt, das zu vertauschen.

Driessen kommt ursprünglich aus der Tourismusbranche. Das Reisen lag ihm immer im Blut, und das ist immer noch so — der jüngste Mexiko-Urlaub endete vor drei Tagen. Im damaligen Reisebüro an der Blumenstraße (es gehörte zur Rheinischen Post) lernte er den Beruf des Reisebürokaufmanns, seine Karriere ginge weiter bei Hapag Lloyd und Tigges (wo er am Ende Geschäftsführer war) und schließlich bei der LTU. Die führte er sieben Jahre lang bis 1999 — keiner seiner Nachfolger hielt sich so lange auf diesem Stuhl.

Als er danach zur Klüh-Gruppe ging, tat er das auch, weil er mit dem Chef, Josef Klüh, schon immer gut konnte. Unter seiner Führung wuchs das Unternehmen, ist heute in vielen Ländern bis nach China erfolgreich am Markt.

Privat ist Driessen aus dem Düsseldorfer Karneval nicht wegzudenken. Präsident des Prinzen-Clubs, 1982 Karnevalsprinz, einer der führenden Figuren in der Gerresheimer Bürgerwehr.

Apropos Gerresheim: Dort wuchs er auf, dort lebt er — nach Zwischenstationen in anderen Städten — nach wie vor, mit seiner Frau Brigitte. Die beiden sind ein Paar, das die gelassene Harmonie einer wunderbaren Beziehung ausstrahlt. Das möchte Driessen auf keinen Fall gefährden — und will daher im neulich begonnen Ruhestand nicht dauern daheim sein, sondern sich weiter engagieren.

Im Karneval sowieso: Der Prinzenclub liegt ihm am Herzen, aber in die Spitze des CC will er (entgegen anderslautenden Gerüchten) auf keinen Fall. Der Klüh-Beirat wird ihm künftig Beschäftigung liefern, und die Klüh-Stiftung für Innovation und Forschung ebenfalls. Weitere Aufsichtsratsämter oder spannende Aufgaben in anderen Gremien sind ihm sicher willkommen, denn nun hat er Zeit dafür — vor ein paar Monaten schied er aus Altersgründen bei Klüh aus: Zwölf Jahre war er dabei.

Heute wird das mit den Altersgründen auch kalendarisch offiziell: Hans-Joachim "Jobsi" Driessen wird 65. Gefeiert wird am Abend mit Freunden.

(RP/anch)