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Düsseldorf: Mehr als 50 Senioren bestohlen

Düsseldorf : Mehr als 50 Senioren bestohlen

Ein erst Ende Juni aus der Haft entlassener Drogensüchtiger steht im dringenden Verdacht, mehr als 50 alte Menschen in ihren Wohnungen bestohlen zu haben. Zugang hatte sich der 35-Jährige stets mit Lügengeschichten verschafft. Doch nun hat ihm eine 91 Jahre alte Frau offenbar das Handwerk gelegt.

Vor knapp zwei Wochen hatte der Düsseldorfer, der seit seiner Entlassung aus der Justizvollzugsanstalt keinen festen Wohnsitz mehr hat, bei der alten Dame in Gerresheim geklingelt und sich höflich als neuer Mieter in dem Mehrfamilienhaus vorgestellt. Er trat nett und sympathisch auf, verwickelte die Seniorin in ein Gespräch und bat sie schließlich, ihm mit 100 Euro aus einer Notlage zu helfen — angeblich hatte er sich ausgesperrt und habe zudem noch sein Geld vergessen, das er nun dringend brauche, um den Schlüsseldienst zu bezahlen.

Dreist bot er der Seniorin dann noch eine Quittung für das "geliehene" Geld an, bevor er mit den 100 Euro verschwand. Als er weg war, wurde der Rentnerin schnell klar, dass sie soeben einem Trickdieb zum Opfer gefallen war. Sie erstattete Anzeige — aber wie so oft in diesen Fällen hatte die Polizei keinen Ansatz für die Fahndung nach dem Unbekannten.

Genau darauf hatte der Täter gesetzt, stets hochbetagte Opfer ausgewählt oder auch sehbehinderte, damit er nicht — etwa auf Fotos — wiedererkannt werden würde. Und er fühlte sich offenbar so sicher, dass er sich vorigen Freitag erneut in das Mehrfamilienhaus in Gerresheim wagte, um dort jemand anderen zu bestehlen.

In der 91-Jährigen aber hatte er sich wohl gründlich getäuscht. Die sah ihn im Flur, erkannte ihn auf Anhieb und alarmierte umgehend die Polizei. Der Dieb hatte die Frau natürlich auch gesehen, entfernte sich zügig, wurde aber unweit des Wohnhauses festgenommen und legte, was den Diebstahl der 100 Euro angeht, auch sofort ein Geständnis ab.

Die Kripo geht aber davon aus, dass er seit seiner Haftentlassung wohl sein Leben und seine Sucht ausschließlich aus solchen Taten finanzierte. Mehr als 50 Fälle sind bekannt, in denen genau seine Masche angewandt wurde, einschließlich der nutzlosen Quittung. Zwei Dutzend dieser Taten sind ihm laut Polizei inzwischen nachgewiesen, in den anderen dauern die Ermittlungen noch an. Den 35-Jährigen schickte ein Richter inzwischen in Untersuchungshaft.

Hier geht es zur Infostrecke: Kriminalität in NRW: Die Fakten 2011

(RP/ila)