Mehr als 240 Teilnehmer beim DLRG-Neujahrsschwimmen in Düsseldorf

Neujahrsschwimmen Düsseldorf : Mehr als 240 Schwimmer im Rhein

Wie sich das DLRG-Neujahrsschwimmen in Düsseldorf in 55 Jahren von einer Übung für Rettungskräfte zur Kultveranstaltung entwickelte.

Nein, es war nicht der alternative Karnevalsumzug. Obwohl das 55. Neujahrsschwimmen der DLRG Bezirk Düsseldorf mit einer Strecke von 5,5 Kilometern mit seinen Flamingos, Eseln, Haien, Kraken, Teufelchen und Nemos durchaus das Zeug dazu gehabt hätte. Insgesamt waren mehr als 240 erfahrene Taucher und Rettungsschwimmer als Teilnehmer sowie 80 Einsatzkräfte von DLRG, Johannitern, Feuerwehr, Bundeswehrreserve und Wasserschutzpolizei im, auf und neben dem Rhein zu finden. Die Rheinschwimmer wollen ausdrücklich nicht zur Nachahmung anregen. „Die DLRG empfiehlt, nicht im Rhein zu schwimmen“, so Julian Meichsner, Sprecher der DLRG. „Als vor 55 Jahren das Neujahrsschwimmen Premiere feierte, war es eine Übungsstunde für unsere Einsatztaucher. Über die Jahre hinweg wurden auch die Einsatztaucher anderer Wasserrettungsorganisationen eingeladen und dann auch Feuerwehr, Vereine und Rettungsschwimmer. Damit demonstrieren wir die Einsatzfähigkeit der Wasserrettung zu jeder Jahreszeit.“

So entwickelte sich das Neujahrsschwimmen von einer kleinen Übungseinheit für wenige zu einem der deutschlandweit größten Neujahrsschwimmen. Dabei geht den Organisatoren Sicherheit über alles. Ohne den Nachweis eines Rettungsschwimmerzeugnisses und ohne wärmenden Neoprenanzug durfte niemand beim Neujahrsschwimmen ins acht Grad kalte Wasser. Ein Neoprenanzug wärmt nicht nur, sondern gibt auch Auftrieb, sodass eine ausgeprägte Schwimmfähigkeit eigentlich nicht erforderlich war. Um aber auf Nummer sicher zu gehen, hatten viele Rheinschwimmer auch noch Poolnudeln, Schwimmbretter, Plastikflamingos, große Quietscheentchen oder eben „ausgewachsene“ aufgeblasene Spielzeug-Esel dabei. „Der Esel ist das Vereinszeichen der Tauchsportgemeinschaft Wesel. Bei uns wird es zum Schwimmbadtraining genutzt“, erläutert Georg Hober. Der gebürtige Düsseldorfer lebt jetzt in Wesel und war mit einigen Mitgliedern der Tauchsportgemeinschaft zum ersten Mal beim Neujahrsschwimmen dabei. „Es war super“, urteilt Hober. „Ein Lob an die Organisatoren, es war perfekt.“

Allerdings fanden nicht alle ihr Glück im Rhein. So war die 13 nicht die Glückszahl von Juliana Titschnig. Die Hobbytaucherin vom Tauchsportclub (TSC) Seeteufel hätte liebend gerne die Distanz von den Wiesen unterhalb der Rheinkniebrücke bis zum Paradieshafen in Lörick im Rhein schwimmend zurückgelegt. Mehr als zehn Meter weit kam sie aber nicht. „Ich habe meine Flossen zu Hause vergessen und bei denen, die ich mir geliehen habe, war die Halterung defekt“, erläutert Titschnig. „Ich war schon im Rhein, musste aber wieder zurück, weil sich eine Flosse verabschiedet hat und ich sie nicht mehr gefunden habe.“ So reduzierte sich die Anzahl der Seeteufel, die unterhalb des DLRG-Vereinsheims aus dem Rhein kletterten, auf zwölf. Das war aber der einzige Zwischenfall. Wie in allen Jahren zuvor gab es keine besonderen Vorkommnisse und die Wasserretter mussten nicht eingreifen, demonstrierten aber ihre Einsatzbereitschaft zu jeder Jahreszeit.