Beerdigung: Maximilian Graf von Spee beigesetzt

Beerdigung: Maximilian Graf von Spee beigesetzt

800 Trauergäste gaben dem Herrn von Schloss Heltorf am Mittwoch das letzte Geleit, darunter zahlreiche Adelige und Würdenträger. Auch Schützenbruderschaften und viele Angehörige der gräflichen Betriebe waren darunter. Graf Spee war vor acht Tagen verstorben.

Mit einem Requiem und einer Trauerfeier haben Hunderte Trauergäste gestern Abschied von Maximilian Reichsgraf von Spee genommen. Der Herr von Schloss Heltorf im Stadtteil Angermund war am 1. September nach langer schwerer Krankheit knapp 81-jährig gestorben. Gestern gedachte Weihbischof Franziskus Eisenbach als Erster Zelebrant seiner als Freund, den er 25 Jahre lang gekannt habe. Freundschaft, Dank und Anerkennung habe sich der Reichsgraf allerorten verdient. Die Trauergemeinde ehrte einen Mann, den die Sorge um seinen Nächsten und um die Umwelt ausgezeichnet hat.

Abschied nach 50 Ehejahren

Entsprechend waren zu der Zeremonie im Innenhof des Heltorfer Schlosses Pächter und Angehörige der Betriebe ebenso gekommen wie die direkten Nachbarn sowie befreundete Adelsfamilien und Würdenträger. Oberbürgermeister Dirk Elbers kann sich dabei als ehemaliger Betriebsangehöriger fühlen: Er war bis zu seiner Wahl zum OB Rentmeister des "Herrn Grafen", wie Maximilian Spee respektvoll genannt wurde.

Hubertus Prinz zu Sayn-Wittgenstein repräsentierte die Schützenbruderschaften, denen Graf Spee Zeit seines Lebens auch als Protektor nahestand. Als Hochmeister hat der Prinz das höchste Amt des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften inne; begleitet wurde er unter anderem von seinem Vetter Gustav zu Sayn-Wittgenstein.

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Den Angermunder Hermann Macher (80), selbst viele Jahre Bundesmeister der Historischen Bruderschaften und ebenfalls unter den Gästen, erreichte die Nachricht vom Tode des Grafen in der Schweiz: "Ich bin die gesamte Strecke durchgefahren, um möglichst schnell hier sein zu können", erzählte Macher gestern.

Zahlreiche Bruderschaften, nicht nur aus Düsseldorf, standen Spalier und gaben dem Sarg das letzte Geleit, als er vom Schloss zum Friedhof Angermund überführt wurde — darunter auch die beiden Bruderschaften aus dem Ort Alme bei Brilon, wo der älteste Sohn, Wilhelm von Spee, mit seiner Familie lebt. Allgemein wird erwartet, dass er innerhalb des nächsten halben Jahres nach Düsseldorf übersiedelt: Schloss Heltorf ist ein Majorat, geht — wenn möglich — auf den ältesten Sohn über und kann nicht aufgeteilt werden.

Die gräfliche Familie zeigte sich gefasst. Witwe Maria Theresia von Spee schritt hinter dem Sarg ihres Mannes, mit dem sie 50 Jahre verheiratet gewesen war. Zwei ihrer Söhne hatten die zierliche Frau untergefasst, ihr folgten die Mitglieder der engeren Familie.

Die Trauerfeier nach der Beisetzung war in einem hinter dem Schloss aufgestellten, 750 Quadratmeter großen Zelt; die von weit angereisten Gäste sind in den Hotels des Stadtnordens einquartiert.

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(RP)
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