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Masern Impfung in Düsseldorf für Kita Kinder

Neue Vorgaben : Ohne Masern-Impfung verlieren Eltern künftig den Kita-Platz

Für Impfmuffel brechen in Düsseldorf harte Zeiten an.Wer eine Stelle als Erzieher und Lehrer antritt, muss den Nachweis schon bei der Einstellungsuntersuchung vorlegen.

Für Impfmuffel brechen in Düsseldorf harte Zeiten an. Zumindest, wenn es um die Masern geht. Ab sofort müssen Erzieher, Lehrer sowie Menschen in Gesundheitsberufen, die eine Stelle neu antreten, ihren vollständigen Schutz bereits bei der Einstellungsuntersuchung belegen. Meist geschieht dies durch Vorlage eines Impfbuchs. Fehlt dieser Nachweis, müssen Bewerber die Impfung nachholen, sonst können sie die Stelle nicht antreten. Klare Regeln gelten auch in Kindertagesstätten. „Jungen und Mädchen, die in diesem Jahr neu in eine Kita kommen, müssen geimpft sein“, sagt Andreas Meyer-Falcke, im Rathaus Spitzenbeamter für Gesundheit und Personal. Eltern, die den Nachweis spätestens zu Beginn der Betreuung nicht vorlegen können, können ihren Platz verlieren. Unabhängig davon, ob die Stadt, ein freier Träger oder eine Elterninitiative die Einrichtung betreiben.

Damit reagiert die Landeshauptstadt auf das im November vom Bundestag beschlossene Masernschutzgesetz. „Alle haben Angst vor den Corona- oder vor gefährlichen Influenza-Viren. Die gleiche Sensibilität würde ich mir bei den Masern wünschen, denn die Krankheit kann mit einer möglicherweise tödlichen Hirnhautentzündung enden“, sagt Meyer-Falcke, der das Thema auch beim NRW-Städtetag betreut. Etwas länger Zeit haben Menschen, die bereits in Gemeinschafts- oder Gesundheitseinrichtungen betreut werden beziehungsweise dort arbeiten. Hier gilt eine Übergangsfrist, die am 31. Juli kommenden Jahres endet.

Bis dahin wollen die Experten das Thema mit Nachdruck voranbringen. „Gemeinsam mit der kassenärztlichen Vereinigung werden wir in den kommenden Monaten an allgemein zugänglichen Plätzen öffentliche Impftermine für alle Bürger anbieten“, sagt Meyer-Falcke, der selbst Arzt ist. Parallel wird mit dem neuen Jugendrat eine Kampagne erarbeitet, die vor allem über die Sozialen Medien Heranwachsende für das Thema sensibilisieren soll.

Aktuell liegt die Masern-Impfquote in Düsseldorf bei gut 95 Prozent. Allerdings schwanken die Zahlen. So waren es im Jahr 2017 nur 93,9 Prozent. Damit hatte die Quote unter dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Standard gelegen. Und wie geht die Stadt mit Schülern um, die keinen Nachweis erbringen? „Hier ist die Lage anders als in den Kitas. Die Schulpflicht ist das höherwertige Rechtsgut, man kann die Heranwachsenden nicht vom Unterricht ausschließen“, meint Meyer-Falcke.