Film "Die Wand": Martina Gedeck bei Filmpremiere im Savoy

Film "Die Wand" : Martina Gedeck bei Filmpremiere im Savoy

Viele Zuschauer im ausverkauften Atelier-Kino wussten, was sie nach der Spätnachmittags-Vorstellung von "Die Wand" erwartete: ein Publikumsgespräch mit Hauptdarstellerin Martina Gedeck und Regisseur Julian Roman Pölsler.

Für manche kam das überraschend, und so gingen beim Namen der Schauspielerin kleine Freudenschreie durch die Reihen. Dann der Film. Ein großartiges Werk, geradezu atemberaubend. Eine solche Konzentration erlebt man nur selten im Kino.

Während der letzten Minuten hielt sich Martina Gedeck bereits im Foyer des Savoy-Theaters auf, einen warmen Mantel über dem luftigen Seidenkleid. "Die Wand" ist seit Donnerstag zu sehen, jeden Tag besucht die Schauspielerin eine Premiere, manchmal auch zwei, und freut sich über den Austausch mit dem Publikum. So wie gestern in Köln und in Düsseldorf. "Ich erlebe viel Berührendes in diesen Gesprächen", sagt sie.

"Die Fragen, die aufgeworfen werden, sind wunderbar. Es geht in diesem Film um die Dinge des Lebens." Sie selber musste darin Grenzen ausloten, seelisch und körperlich. Und zudem fast ohne Sprache agieren, was sie als Bereicherung empfand. "Ich bewegte mich im Mark der Schauspielerei, verrichtete meine Arbeit mit geschärften Sinnen", beschreibt sie. "Ein großes Glück, gerade in meinem Beruf, der viel mit Oberfläche zu tun hat.

Auch meine Beziehung zu Tieren und zur Natur hat sich vertieft." Für Regisseur Julian Roman Pölsler ist "Die Wand" von Marlen Haushofer sein "Lebensbuch", 25 Jahre kämpfte er um die Verfilmung. "Luchs", treuer Begleiter der Protagonistin, ist sein eigener Hund. Der sei nicht dressiert, versichert er, "der hat das nur mir zuliebe getan."

(RP/jco)
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