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Düsseldorf: Marode Bahnschwellen ließen 2013 Güterzug in Derendorf entgleisen

Düsseldorf : Marode Bahnschwellen ließen 2013 Güterzug in Derendorf entgleisen

Nach neuesten Erkenntnissen von Fachleuten der Bahn ist der schwere Unfall eines Güterzuges in Derendorf im vergangenen Sommer offenbar durch marode Bahnschwellen verursacht worden.

Diese über 100 Kilogramm schweren Holzbohlen liegen in kurzen Abständen im Kiesbett des Gleises, auf ihnen werden mit speziellen Schraubzwingen die Schienen befestigt. Die Schwellen liegen häufig für mehrere Jahrzehnte, sie sind durch eine intensive Behandlung mit giftigen Chemikalien gegen das Verrotten geschützt, aber nach einer gewissen Zeit müssen sie dennoch ausgetauscht werden,. Das jedoch ist in dem Bereich des Derendorfer Bahnhofs wohl nicht geschehen, wie jetzt aus einem Untersuchungsbericht des Eisenbahn-Bundesamtes hervor geht. Die Bahn bestätigt damit einen Bericht des Kölner Stadt-Anzeigers und des WDR. Demnach waren mehrere Holzschwellen marode.

Bei dem Unglück waren im Juli 2013 mehrere mit explosivem Gefahrgut beladene Güterzug-Waggons entgleist. Fünf mit Propylen beladene Kesselwagen waren aus dem Gleis gesprungen, einer kippte um und blieb auf der Seite liegen. Die Feuerwehr ging von hoher Brand- und Explosionsgefahr aus, falls das leicht entzündliche Gas austreten würde. Die Waggons hielten dicht, zu einer Katastrophe mit Verletzten kam es deshalb nicht.

Warum die Mängel vom Inspektionspersonal nicht festgestellt worden seien, hätten die Ermittler nicht abschließend klären können. Fehler des Zugführers oder Mängel an den Zügen werden in dem Untersuchungsbericht ausgeschlossen. Auch die Deutsche Bahn bestätigte, dass "eine schlechte Gleislage und die Spurweiterung die Ursache für die Entgleisung waren".

Einige der an der Unglücksstelle eingebauten Holzschwellen stammten laut dem Bericht aus dem Jahr 1954, waren also fast 60 Jahre alt, und wurden laut Bahn zwischen 1964 und 1974 verlegt.

(RP)