Name und Nachricht: Markus Röhrl verlässt die Kripo

Name und Nachricht : Markus Röhrl verlässt die Kripo

Das war ja ein kurzes Gastspiel: Markus Röhrl, im September 2016 als Experte unter anderem für Cyberkriminalität mit großen Erwartungen an der Spitze der Kripo begrüßt, verlässt das Präsidium gen Wuppertal. Der Innenminister will dort mit ihm die lange vakante Stelle des Polizeipräsidenten besetzen.

Im Bergischen kann man sich auf einen studierten Juristen freuen, der 1995 als Seiteneinsteiger zur Polizei (in Köln) gekommen ist. Von dort war er erst ins Auswärtige Amt, dann zum Staatsschutz im Innenministerium gewechselt, und zuletzt baute er im Landeskriminalamt die Abteilung zur Bekämpfung der Internetkriminalität auf. In Düsseldorf hat er gleich nach seinem Amtsantritt die Kripo neu aufgestellt: Das Raubdezernat ist jetzt auch zentrale Ermittlungsstelle für Intensivtäter (die in der Regel vor allem mit Raubdelikten auffallen), die Drogenfahnder sind mit der Organisierten Kriminalität verbunden worden, und die Ermittlungskommission Pocket hat erfolgreich die Taschendiebe verdrängt. Der technikaffine Kripochef Röhrl hat auch die Nutzung von Predictive Policing forciert - eine Software zur Vorausberechnung möglicher Tatorte zur Einbruchsbekämpfung. Wenn die durchaus beachtlichen Ergebnisse demnächst mit der Kriminalstatistik präsentiert werden, wird er den Applaus nur aus der Ferne hören. Immerhin wird seine künftige Vize die Zahlen auch zu schätzen wissen: Irmgard Baumhus, die das Wuppertaler Präsidium neben ihrem eigentlichen Job als Schutzpolizei-Chefin kommissarisch leitet, hat vorher selbst viele Jahre bei der Hauptstadtpolizei gearbeitet. Die Stelle hier sei ein Traum, hatte der gebürtige Benrather Röhrl bei seinem Amtsantritt gesagt - nun träumt er wohl von Wuppertal.

(sg)
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