Düsseldorf: "Maria bekommt in einer Krippe ein Baby"

Düsseldorf: "Maria bekommt in einer Krippe ein Baby"

Henriette, Cosmas und Lillianne (alle 5) besuchen die Katholische Kindertagesstätte St. Josef in Rath. Sie erklären das Weihnachtsfest.

Wenn Henriette, Cosmas und Lillianne an Heiligabend denken, bekommen die Kindergartenkinder der Kita St. Josef in Rath ganz große Augen, in denen die Vorfreude auf diesen besonderen Tag sofort abzulesen ist. Mithilfe ihres Adventskalenders - immer wenn ein Türchen aufgemacht wurde, war es ein Tag weniger - zählten sie im Dezember schon die Nächte herunter, wie oft sie noch schlafen müssen, bis es endlich soweit ist. "An Weihnachten bekomme ich nicht nur Geschenke, sondern darf auch einen Kindersekt trinken", sagt Lillianne und Cosmas erzählt, dass er Heiligabend länger aufbleiben und nach der Bescherung noch einen Film gucken darf. "Aber vorher kommt erst das Christkind", stellt Henriette klar. Nicht der Weihnachtsmann - die vielen Geschenke bei den Familien von Henriette, Cosmas und Lillianne bringt das Christkind. Wie einen Engel müsse man es sich vorstellen.

Ein Pferdehof, eine Carrera-Bahn, ein Haus von Barbie und ganz viel Lego-Spielzeug, die Wunschzettel waren auch in diesem Jahr bei den Kindern wieder lang. "Ich habe meinen Wunschzettel selbst geschrieben und auf einmal war er weg. Das Christkind muss ihn abgeholt haben", sagt Henriette. Aber wie schafft es das Christkind überhaupt, die ganzen Geschenke zu den vielen Kindern zu bringen? "Vielleicht teilt es sich mit dem Weihnachtsmann die Arbeit. Der hat einen großen, unsichtbaren Schlitten und kann wahrscheinlich zaubern", ist die gemeinsame Meinung.

Lillianne weiß, dass die Weihnachtsgeschichte in Bethlehem spielt. Und diese Stadt ist "ganz weit weg von Düsseldorf", erklärt sie. Foto: Bretz Andreas

Im Kindergarten bastelten Henriette, Cosmas und Lillianne Kugeln für den Weihnachtsbaum zu Hause, als Überraschung für Mama und Papa. Im Flur der Tagesstätte steht eine Krippe, sie nehmen die besondere Adventsstimmung wahr. Die richtige Weihnachtsgeschichte ist in der Kita aber kein Teil der Erziehung. Die Kinder interpretieren die Bedeutung des Heiligabends auf ihre eigene Weise. "Am 24. Dezember ist Jesus geboren und Jesus ist der Sohn von Gott. Jesus ist schon gestorben, aber er wird immer wieder geboren und wir feiern seinen Geburtstag", sagt Cosmas. Und wer ist Gott? "Das ist ein lieber Mann, der anderen hilft und immer Gutes für die Menschen tut. Er ist aber auch schon gestorben und im Himmel."

Bei der Weihnachtsgeschichte weiß auch Henriette weiter: "Die Eltern von Jesus heißen Maria und Josef und Maria bekommt in einer Krippe ein Baby. Es gibt Stroh, Schafe, einen Esel und ein Engel besucht sie." Dass die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar zur Geburt des Heilands Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenk mitgebracht haben sollen, ist den Fünfjährigen neu. "Aber ich weiß, dass Maria und Josef mit einem Esel nach Bethlehem zur Krippe gekommen sind. Bethlehem ist eine Stadt, die ganz weit weg von Düsseldorf ist. Maria saß mit ihrem dicken Bauch auf dem Esel und Josef lief nebenher und führte den Esel", erzählt Lillianne.

Henriette hat eine wichtige Beobachtung gemacht: Ihr Wunschzettel ist verschwunden - vermutlich hat ihn das Christkind abgeholt, meint sie. Foto: Bretz Andreas

Einmal müssen Henriette, Cosmas und Lillianne jetzt noch schlafen, dann ist endlich Heiligabend. Vor der Bescherung geht es für die Kinder dann noch mit ihren Familien in den Gottesdienst in der Kirche, auch das Singen gehört für die Kindergartenkinder zu Weihnachten dazu. Eines der Lieblingslieder ist "O Tannenbaum". Henriette hat ihre eigene Version und singt breit grinsend los: "O Tannenbaum, O Tannenbaum, die Oma hängt am Gartenzaun."

(RP)