Metro-Marathon Düsseldorf 2019: Läufer kritisieren Veranstalter

Sportereignis in Düsseldorf : Läufer kritisieren Marathon-Veranstalter

Vor allem lange Wartezeiten bei den Kleiderbeuteln sorgen für Ärger. Themen waren auch die Verpflegung sowie die frühe Startzeit. Die Organisatoren wollen die Kritikpunkte prüfen und geloben Besserung.

Am Tag nach dem Großereignis hat für die Veranstalter des Metro-Marathons die Aufarbeitung begonnen. Insgesamt wurde das Event als Erfolg gewertet, allerdings gab es gerade beim erstmals zum Programm gehörenden Halbmarathon einige Anfangsschwierigkeiten. „Natürlich läuft bei einer Veranstaltung nie alles reibungslos“, sagte Sprecher Harald Gehring am Montag: „Das gilt besonders, wenn man eine Premiere dabei hat.“ Man nehme die Kritik ernst und wolle sich sofort bei einer ersten Sitzung mit den Themen befassen. Sicher ist aber, dass der Halbmarathon weiter im Programm bleiben wird – die erste Auflage war extrem gefragt und schon im Vorfeld komplett ausverkauft: „Und wir denken nicht, dass sich wegen der Anfangsprobleme keiner mehr anmeldet. Die Distanz ist sehr gefragt.“ Im Folgenden die wichtigsten Fragen.

Was war das Problem mit den Kleiderbeuteln? Die Kleiderbeutel werden bei Langstreckenläufen dazu genutzt, vor dem Start saubere/warme Kleidung und Duschzeug beim Veranstalter abzugeben, die man anschließend wieder abholen kann. Am Wochenende hakte das – sowohl bei der Abgabe als auch bei der Rückgabe (besonders beim Halbmarathon) bildeten sich lange Schlangen. „Die Kleiderausgabe war unverschämt schlecht organisiert. Es hat 1,5 Stunden gedauert, bis wir unsere Beutel hatten“, schrieb ein Läufer auf der Facebook-Seite des Marathons, viele weitere Teilnehmer beschrieben das Gleiche. Woran genau es gelegen hat – ob es möglicherweise zu wenig Helfer gab oder ein schlechtes Sortierungssystem – konnten die Organisatoren am Tag danach noch nicht sagen. Beobachter beschrieben, dass die Beutel teils offenbar nicht nach Startnummern geordnet abgelegt wurden – was bei mehreren tausend Teilnehmern eine Erklärung wäre. „Wir wissen es noch nicht genau, aber wir werden das analysieren und herausfinden“, so Gehring. Im kommenden Jahr würden sich die Schwierigkeiten nicht wiederholen.

Eine besondere Lösung hatten übrigens zahlreiche Läufer gefunden, die offenbar schon allgemein nicht auf Kleiderbeutel vertrauen: Nach den Starts am Morgen fanden sich neben den Altkleider-Containern im Startbereich zahlreiche abgelegte Jacken und Pullover: Offenbar hatten viele Athleten aussortierte Stücke gegen die Kälte übergezogen und dann kurz vor dem Start abgelegt. Eine Lösung für die Zeit nach dem Lauf ist das allerdings definitiv nicht.

War der Start zu früh? In einer Anfrage der Ratsfraktion Tierschutz Freie Wähler an den Sportausschuss heißt es, zu der frühen Uhrzeit seien „sehr wenige Zuschauer am Straßenrand“ gewesen. Die Marathon-Veranstalter weisen aber darauf hin, dass die frühe Halbmarathon-Startzeit (geplant war 8.15 Uhr; tatsächlich wurde es dann etwas später) mit Bedacht gewählt war. So habe Renndirektorin Sonja Oberem Wert darauf gelegt, dass zwischen dem Halbmarathon- und dem Marathon-Start genug Zeit liegt: „Wer selbst Läufer ist, der weiß, wie blöd es ist, wenn man dann als Marathonläufer bei Kilometer 38 von den Teilnehmern des Halbmarathons überlaufen wird“, sagt Gehring. Somit blieb nur, den Start auf eine Zeit zu legen, zu der naturgemäß eher wenige Zuschauer schon auf den Beinen sind. „Wir können die Veranstaltung ja auch nicht beliebig weit in den Abend ziehen. Für die Anwohner ist es ja beispielsweise wichtig, dass die gesperrten Straßen irgendwann auch wieder freigegeben werden.“ Nicht zuletzt dürfte am Sonntag auch das Wetter eine Rolle gespielt haben: Bei einem wärmeren Frühlingsmorgen wäre die Kritik wohl deutlich leiser ausgefallen.

Was war mit der Verpflegung? „Ich fand’s doof, dass ich nach dem Halbmarathon erstmal knapp 15 Minuten zu der Verpflegung ,humpeln’ musste“, schreibt ein Läufer bei Facebook. Andere Teilnehmer monierten, nach dem Zieleinlauf kein (alkoholfreies) Bier mehr bekommen zu haben. Dieser Drink ist bei anderen Rennen durchaus üblich und gehört zum Spaß dazu – in Düsseldorf soll die Partner-Brauerei aber zumindest so früh zusammengepackt haben, dass später eintreffende Läufer nichts mehr bekamen. Dazu konnten die Organisatoren zunächst nichts sagen, wollten das Thema aber klären.

Und sonst? Viele Teilnehmer verbanden die Kritik dennoch mit Lob, unter anderem für die gute Atmosphäre und die zahlreichen freundlichen Helfer an der Strecke sowie für die Pacemaker, die manchen Läufer mitzogen, der kurz vor dem Aufgeben war.

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