Interview Stephan Keller: "Man kann auf die Mauer verzichten"

Interview Stephan Keller: "Man kann auf die Mauer verzichten"

Der Beigeordnete Stephan Keller zum Streit um die denkmalgeschützte Mauer auf dem Gustaf-Gründgens-Platz.

Herr Keller, im Streit um die Mauer auf dem Gründgens-Platz gibt es einen Kompromiss: Die Mauer wird für den Bau der Tiefgarage abgerissen und später wieder aufgebaut. Oder?

StephanKeller Nein, so weit geht der Kompromiss noch nicht. Geklärt ist nur, dass die Mauer für die Bauarbeiten abgebaut werden kann.

Aber der Denkmalschutz stellt die Auflage, dass die Mauer später an Ort und Stelle wieder aufgebaut wird.

Keller Das ist immer noch der Streitpunkt. Wenn das Ingenhoven-Tal, also der zweite Teil des Kö-Bogens, so wie vom Architekten geplant gebaut wird, ragt das Gebäude bis zu der Stelle, wo heute die Mauer steht. Dann wäre für die Mauer kein Platz mehr. Wir halten den Wiederaufbau auch nicht für erforderlich.

Warum nicht?

Keller Das Interesse an der städtebaulichen Entwicklung halten wir in diesem Fall für wichtiger als den Denkmalschutz. Die Frage ist auch, ob diese Mauer ein zwingender Teil des Schauspielhaus-Ensembles ist. Darüber gehen die Meinungen auseinander. Wir meinen, dass man auf die Mauer verzichten kann. Und auch Schauspielhaus-Architekt Bernhard Pfau hatte sich ja distanziert von der Gestaltung des Platzes.

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Aber die Mauer wird zunächst auf jeden Fall eingelagert, damit man sie wieder aufbauen kann.

Keller Die Frage ist, ob eine Einlagerung überhaupt Sinn macht. Die Mauer besteht ja aus einfachen Betonscheiben. Es wird aber in jedem Fall eine Dokumentation geben.

Bis wann muss es denn eine endgültige Entscheidung über die Mauer geben?

Keller Bis zum Bau des Ingenhoven-Tals muss geklärt sein, dass die Mauer nicht wieder an ihren ursprünglichen Ort kommt. Bis dahin wird uns das Thema also weiter beschäftigen. (arl)

Heute treffen sich mehrere Ausschüsse zu einer Sondersitzung. Sie sollen die Offenlage des Bebauungsplans "Kö Bogen II" beschließen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mauer am Gustaf-Gründgens-Platz sorgt für Kontroverse

(RP)