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Malkasten-Ensemble in Düsseldorf wird saniert

Kultureinrichtungen in Düsseldorf : Rosige Aussichten für den Malkasten

Annexbauten und das Herz’sche Haus werden umfassend saniert. Entstehen sollen mehr Ausstellungsflächen für Künstler, aber auch Seminarräume und Büros. Ermöglicht wird das Bauprojekt durch die Kooperation des Vereins Malkasten mit der Gerda-Henkel-Stiftung.

Die Bedeutung des denkmalgeschützten Malkasten-Ensembles mit Hentrich-Haus, Jacobi-Haus sowie dem Malkasten-Garten als Kulturstandort für Düsseldorf ist unbestritten. Neben dem historischen Aspekt wird zukünftig auch wieder mehr künstlerisches wie wissenschaftliches Leben an der Jacobistraße spürbar sein. Dazu werden die Annexbauten sowie das Herz`sche Haus entlang der westlichen Grundstücksgrenze umfassend saniert. Das Bauprojekt wurde ermöglicht durch eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Malkasten – mit Gründung im Jahr 1848 einer der ältesten seiner Art in Deutschland – sowie der Gerda-Henkel-Stiftung. Für die entsprechenden Bauvoranfragen, die bereits vor zwei Jahren eingereicht wurden, liegen allesamt positive Bescheide vor, mit den Genehmigungen wird in absehbarer Zeit gerechnet.

Bei einem Rundgang nach Sturm Ela nahm Thomas Geisel nicht nur die gravierenden Schäden im Park wahr, sondern ihm fiel auch das traurige Dasein des Herz`schen Hauses sowie der Annexbauten auf. Sichtlich zufrieden war der Oberbürgermeister daher, als Robert Hartmann, Erster Vorsitzender des Malkasten-Vereins, gemeinsam mit Michael Hanssler, Erster Vorstand der Gerda-Henkel-Stiftung, eine gemeinsame Vereinbarung über die Sanierung und zukünftige Nutzung der Gebäudeteile vorstellte. „Auch wenn die Fördertätigkeit der Gerda-Henkel-Stiftung international orientiert ist, so sieht sie dennoch eine Verpflichtung gegenüber Düsseldorf als Unternehmensstandort als wichtig an“, erklärt Michael Hanssler.

Das Herz’sche Haus wurde bis 1943 als Gärtnereigebäude genutzt und steht inzwischen leer. Foto: Herzsche Haus@Krunoslav Stipesevic

Das Herz`sche Haus, das bis 1943 als Gärtnereigebäude genutzt wurde und seitdem leersteht, wird seitens der Stiftung für rund eine Million Euro gemäß der Denkmalschutzbestimmungen umfassend saniert. Am 25. April 2019 wurde mit dem Künstlerverein ein Erbpachtvertrag über eine 50-jährige Nutzung geschlossen. „Das Gebäude bleibt im Eigentum des Vereins, an Erbpacht zahlt die Stiftung jährlich 35.000 Euro“, erklärt Hanssler. Die Nutzfläche von knapp 200 Quadratmetern wird in Seminarräume und Büros für wissenschaftliche Arbeiten unterteilt. Die Planung hat Martin Teichert, Architekt der Kölner Planungsgruppe (t3), entworfen.

Bei Künstlern sowie beim kunstinteressierten Publikum wird die zukünftige Nutzung der Annexbauten gegenüber dem Jacobi-Haus auf großes Interesse stoßen, geht es doch um einen Zugewinn an Ausstellungsfläche. Das bei jungen Künstlern sehr beliebte Parkhaus fällt nämlich als Ausstellungsort den Neubauten zum Opfer. In den dann mittels eines gemeinsamen Durchgangs verbundenen Gebäudeteilen von insgesamt 400 Quadratmetern, die aktuell als Lagerräume, Werkstatt und Requisitenräume genutzt werden, ist im ersten Haus ein Service-Bereich mit Küche und eventuell einer gastronomischen Terrassennutzung geplant. Im zweiten Haus auf dem Areal wird dann ein mehrteiliger Ausstellungsraum für kleine ebenso wie für größere Formate entstehen.

So wie hier auf der Animation sollen die neuen Malkastenhäuser im Park später einmal aussehen. Foto: EntwürfeFoto@Thomas Beucker

„Wir haben im Verein beschlossen, dass Bilder bis zu vier Metern Höhe präsentiert werden können, zudem wird es einen Skulpturenhof geben“, sagt Robert Hartmann. Im dritten Haus sind gleichfalls Ausstellungsräume sowie Platz für ein Archiv vorgesehen. Die Bauaktivitäten des Malkasten-Vereins, deren Planung der Düsseldorfer Architekt Thomas Beucker übernommen hat, werden mit einer zusätzlichen Spende über eine Million Euro von der Cassiopeia Foundation gGmbH, die der Gerda-Henkel-Stiftung eng verbunden ist, realisiert. „Diese neuen, zeitgemäßen Ausstellungsräumlichkeiten werden der Stadt mit Sicherheit ganz neue kreative Impulse geben“, ist sich Michael Hanssler sicher.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, der Malkastenverein sei 1948 gegründet worden. Richtig ist natürlich 1848. Wir haben den Text aktualisiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.